Die neuen Zahlen

Airportchef Kerkloh: Wir brauchen freie Bahn!

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Flughafenchef Michael Kerkloh will durchstarten und die dritte Piste bauen.

München - Mehr Flüge, mehr Passagiere, mehr Luftfracht – geht es nach Flughafenchef Michael Kerkloh, liefern die neuen Zahlen den Beweis: Die Stadt, ach was, ganz Bayern, braucht die dritte Startbahn!

Der Bau sei „dringend notwendig“, sagt Kerkloh und fordert, dass nun endlich gebaut wird. Die Kritiker halten selbstverständlich weiter dagegen …

Seit Mittwoch ist der Weg frei für die Startbahn – juristisch. Politisch gesehen liegt die Sache anders. Der Stand: Die drei Gesellschafter des Flughafens sind sich uneinig. Bund und Freistaat plädieren für die Piste, die Stadt fühlt sich an das Nein der Bürger gebunden. Und weil die Entscheidung einstimmig fallen muss, hält die Stadt praktisch ein Veto-Recht in Händen.

Flughafen-Chef Kerkloh gibt sich dennoch zuversichtlich, die Stadtspitze noch überzeugen zu können. Dafür lässt er Zahlen sprechen: Im ersten Halbjahr 2015 stieg die Zahl der Fluggäste auf 19,4 Millionen. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2014 ist das ist ein Plus von 3,5 Prozent. Die Luftfracht nahm um 11,6 Prozent zu. Einer Größe aber wird im Streit um die neue Startbahn besondere Bedeutung zugemessen: die Flugbewegungen. Die waren in den vergangenen Jahre gesunken – Wasser auf die Mühlen der Gegner.

Die Flughafen-Bilanz für das erste Halbjahr

2015 2014 Veränderung
Passagiere 19.416.487 18.754.096 + 3,5 %
Flüge 186.434 184.327 + 1,1 %
Frachtumschlag 156.419 140.130 + 11,6 %

Nun wähnt sich Kerkloh auch hier im Aufwind: ein Plus von 1,1 Prozent! Für das Jahr 2016 rechnet der Flughafen sogar mit einem Anstieg von vier Prozent. Sind das die „grundlegenden und dauerhaften“ Veränderungen, die OB Reiter fordert, um die Münchner nochmal abstimmen zu lassen? Für Kerkloh lautet die Antwort: ja.

Der Landtagsabgeordnete Christian Magerl (Grüne) zweifelt und fordert Kerkloh auf: „Füße still halten!“ Wenn nach jahrelangem Rückgang in einer Halbjahresbilanz ein leichtes Plus stünde, sei das „kein Grund zur Euphorie und erst Recht kein Grund für Rufe nach einer weiteren Startbahn“. Das wiederum sieht Kerkloh anders: „Wir dürfen nicht den Anschluss verlieren zu anderen internationalen Drehkreuzen!“ Die Zahlen könnten noch viel positiver sein, so Kerkloh. Bloß: Es gäbe schon jetzt Engpässe.

Tobias Scharnagl

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