In Alicante: Freund setzt Moosburgerin (40) aus

Moosburg– Zum Horrortrip wurde für eine 40-jährige Fachverkäuferin ein vermeintlicher Urlaubstrip: Ihr Freund setzte sie in Alicante  aus. Unter einem Vorwand lockte er sie aus dem Auto, rannte zurück, stieg ein - und gab Gas.

Wegen Diebstahls handelte er sich jetzt beim Amtsgericht Landshut eine Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung ein.

Im Juni 2007 hatte ein Gelegenheitsarbeiter auf dem Münchner Oktoberfest die Moosburger Fachverkäuferin kennen und lieben gelernt. Im Winter entdeckte er dann plötzlich auch seine väterlichen Gefühle für seinen in Portugal lebenden Sohn, mit dem er nach jahrelanger „Sendepause“ wieder Kontakt aufnehmen wollte.

Am 16. Dezember machte sich das Paar dann mit dem Wagen der Fachverkäuferin auf nach Portugal. Allerdings zoffte man sich auf der mehrtägigen Fahrt, was bei dem 40-Jährigen Trennungsabsichten reifen ließ. Und die setzte der Gelegenheitsarbeiter dann am am Nachmittag des 17. Dezember in die Tat um. Das Paar hatte gerade die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca erreicht, als der Gelegenheitsarbeiter seine Freundin unter dem Vorwand, „ihr eine schöne Aussicht zeigen zu wollen“, zum Aussteigen bewegte und sie dann etwa 30 Meter vom Fahrzeug weg lockte. Plötzlich legte der 40-Jährige dann einen Spurt zum Auto zurück hin, setzte sich hinters Steuer und gab Gas. Danach ward er nicht mehr gesehen.

Im Auto, damals 4500 Euro wert, fanden sich auch der Fahrzeugbrief und der Fahrzeugschein, außerdem Bargeld in Höhe von 350 Euro und eine Digitalkamera im Wert von 100 Euro, dazu die gesamte Garderobe. Immerhin hatte die Verkäuferin ihre Handtasche mit ihren Papieren und einem Handy bei sich, so dass sie wenigstens ihre Heimreise organisieren konnte. Der Gelegenheitsarbeiter blieb über Jahre hinweg verschollen, hielt sich in Portugal auf, wo er mit Gelegenheitsarbeiten auch seinen Lebensunterhalt bestritt. Bis am Dreikönigstag dieses Jahres in Portugal die Handschellen klickten und der schon im Januar 2008 durch das Landshuter Amtsgericht erlassene internationale Haftbefehl vollzogen wurde. Nach zwölf Tagen Auslieferungshaft landete der 40-Jährige wieder in seiner Heimat.

Vor Strafrichter Stefan Kolb legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab und kam mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr davon. Eine Strafaussetzung zur Bewährung stand des langen Vorstrafenregisters nicht zur Debatte. ws

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Auf der A9 im Kreis Freising: Sehr seltener Goldschakal überfahren
Auf der A9 im Kreis Freising: Sehr seltener Goldschakal überfahren
55-Jähriger stirbt nach plötzlichem Sturz von Laderampe
55-Jähriger stirbt nach plötzlichem Sturz von Laderampe
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen

Kommentare