Autobahn München-Nürnberg

Endlich! Freie Fahrt auf dem A9-Pannenstreifen

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Riesen-Stau: Ein Bild wie dieses soll es auf der A 9 zwischen Neufahrn und Allershausen nicht mehr geben.

Allershausen - Es ist vollbracht. Nachdem im Sommer bereits saniert und umgebaut wurde, steht nun eine zusätzliche Fahrspur auf der A9 zwischen Neufahrn und Allershausen zur Verfügung.

Es ist ein bisschen wie Carrerabahnfahren. Innenminister Joachim Herrmann und Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, drücken auf einen kleinen Knopf – und bewegen damit augenblicklich hunderte, wenn nicht gar tausende Autos und Brummis auf die rechte Seite der Autobahn. Die beiden stehen in der Verkehrsrechnerzentrale Südbayern im Norden Münchens und machen das, worauf sehr viele Autofahrer seit Monaten warten: Sie geben die Pannenstreifen der Autobahn München-Nürnberg (A 9) zwischen Allershausen und Autobahnkreuz Neufahrn für den normalen Verkehr frei, in beiden Fahrtrichtungen.

Es ist so etwas wie das offizielle Ende der 15 Kilometer langen Baustelle, an der vergangenen Sommer Tag und Nacht gearbeitet wurde. Der Seitenstreifen ist aber nicht das Einzige, was die Politiker an diesem Tag einweihen. Auch die dazugehörige Verkehrsbeeinflussungsanlage mit Überwachungskameras geht in Betrieb. Diese Anlage ist auch notwendig, um das erhöhte Risiko durch die Freigabe des Seitenstreifens auszugleichen. Denn auf ihm werden weiterhin Schneidearbeiten durchgeführt, es könnten dort weiterhin Autos liegen bleiben. Trotz der vielen Pannenbuchten, die es nun zusätzlich gibt.

Joachim Herrmann sagt, die Anlage und die Freigabe des Streifens waren dringend notwendig. „Im Durchschnitt fahren auf dieser Strecke 100 000 Fahrzeuge pro Tag. Auf den übrigen Autobahnen Bayerns sind es nur 46 000.“ Die neue Anlage soll die Situation auf der A 9 entspannen. Mit Hilfe von Kameras erfasst das System das Verkehrsaufkommen. Der Computer sendet diese Information in die Verkehrszentrale. Ist viel los auf der Autobahn, schlägt das System dem Personal dort vor, den Pannenstreifen befahren zu lassen. Die Mitarbeiter prüfen dann, ob sich nicht doch irgendwo auf dem Seitenstreifen ein liegengebliebenes Auto befindet. Ist der Streifen frei, drücken sie auf einen Knopf und – schwupps – hat die A 9 auf der Strecke vier statt nur drei Spuren. Der Verkehr kann wieder fließen.

Im Prinzip ist der zusätzliche Streifen aber nur eine Notlösung gegenüber dem derzeit offenbar nicht finanzierbaren Ausbau der Strecke auf acht Spuren. Der Pannenstreifen wird auch nicht die ganze Zeit befahrbar sein – bei Nebel etwa wird er gar nicht freigeschaltet.

Die ganze Anlage wurde in den vergangenen Monaten nicht neu gebaut, sondern die bereits vorhandene modernisiert und erweitert. Die Kosten für das elektronische System von rund 16 Millionen Euro trägt der Bund. Hinzu kommen aber nochmals 57 Millionen Euro für den Ausbau der Strecke. Auch hier zahlt der Bund.

Die erste Baustelle ist jetzt zwar geschlossen, die nächste aber schon angekündigt. Zwischen dem Autobahndreieck Holledau und der Anschlussstelle Allershausen soll nächstes Jahr ein ähnliches Verkehrssystem in Betrieb gehen. „Der Seitenstreifen kann dort dann aber noch nicht freigegeben werden“, sagt Innenminister Herrmann. Die dafür notwendigen Straßenbauarbeiten wie etwa der Umbau der Anschlussstellen und die Verstärkung des Standstreifens werden erst 2014 durchgeführt. Der Autobahndirektion Südbayern zufolge könnte es dann wieder eine ähnliche Mega-Baustelle wie vergangenen Sommer geben.

Patrick Wehner

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