Großbrand in Tiefgarage

Feuerwehr bringt 100 Anwohner in Sicherheit

+
Gegen 18.45 Uhr war aus einer Tiefgarage an der Langen Feldstraße in Altenerding dichter Qualm aufgestiegen.

Altenerding - Ein brennendes Auto in einer zweigeschossigen Tiefgarage hat einen Großeinsatz ausgelöst. Gegen 18.45 Uhr war an der Zugspitzstraße in Altenerding dichter Qualm aufgestiegen.

Es war der größte Brand in Erding seit vielen Jahren. Um 18.45 Uhr löste die Integrierte Leitstelle Erding nach Anrufen von Bewohnern B5 aus - Großalarm. In einer zweigeschossigen Tiefgarage unter einer Wohnanlage an der Langen Feldstraße/Ecke Zugspitzstraße war ein Feuer ausgebrochen. Die ersten Kräfte der Feuerwehr Altenerding waren binnen weniger Minuten vor Ort. “Als wir eingetroffen sind, drang schon aus allen Lüftungsschächten, Türen sowie aus der Einfahrt dichter, beißender schwarzer Qualm”, schildert der Altenerdinger Kommandant und Einsatzleiter Stephan Stanglmaier. Zunächst sei es gar nicht möglich gewesen, sich ein Bild von der Lage zu machen. “Wir haben zwei Zugriffswege festgelegt, einen durch die Einfahrt und einen über ein Treppenhaus, für das wir aber zunächst einen Schlüssel gebraucht haben”, so Stanglmaier.

Wenig später trafen zahlreiche weitere Feuerwehren ein. Schließlich waren es über 130 Einsatzkräfte aus Altenerding, Erding, Langengeisling, Moosinning, Notzing, Aufkirchen, Hörlkofen, Niederneuching und Niederding. Auch die Flughafenfeuerwehr wurde angefordert - untere anderem mit einem Großgebläse. Unter schwerem Atemschutz drangen etliche Trupps nacheinander in die Tiefgarage vor und löschten zunächst mit Wasser, danach mit Schaum.

Auch an der Erdoberfläche herrschte Hektik. “Wegen des aufsteigenden Qualms stand schnell fest, dass wir hier auf breiter Ebene evakuieren müssen”, schildert Stanglmaier. Aus den sechs Mehrfamilienhäusern mussten insgesamt zirka 100 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Einige verharrten als Augenzeugen auf der Straße, andere, darunter eine Gehbehinderte, ließen sich von Bekannten abholen. 36 wurden in der nahen Carl-Orff-Grundschule untergebracht. Dorthin rückte auch ein Großraum-Rettungswagen der Berufsfeuerwehr München aus. Jede Wohnung wurde von Feuerwehr und Polizei abgesucht. “Es wurde niemand verletzt”, berichtet der Altenerdinger Kommandant, der Unterstützung von Kreisbrandrat Willi Vogl und weiteren führenden Mitgliedern der Kreisbrandinspektion erhielt.

Zur Unterstützung war auch das Erdinger Rote Kreuz mit einem Großaufgebot angerückt. “Wir waren mit 40 Einsatzkräften vor Ort”, schildert BRK-Pressesprecherin Danuta Göppert. Mit mehren Rettungs- und Krankenwagen sowie Betreuungsgruppen wurde die weitläufige Unglücksstelle, die für den Verkehr gesperrt wurde, abgesichert.

Zwei Etagen tiefer tobte derweil der Kampf gegen die Flammen. Erst nach zwei Stunden kam das erlösende “Feuer aus”. Beim Entrauchen kam es zu einem gravierenden Zwischenfall, der wie durch ein Wunder keine Verletzten forderte. Bei dem großen Ventilator der Flughafenfeuerwehr hatte sich ein Rotorblatt gelöst, das wie ein Geschoss über die Einsatzstelle geschleudert wurde.

Dann war auch das gesamte Ausmaß des Schadens sichtbar: Drei Fahrzeuge waren bis aufs Gerippe ausgebrannt, ein viertes wurde sehr stark angebrannt - alle vier sind reif für die Schrottpresse. Wie schlimm es um zahlreiche weitere geparkte Fahrzeuge bestellt ist, die Rauch- und Lackschäden aufweisen, wird ein Gutachter klären müssen. In der Garage hatte sich eine so große Hitze entwickelt, dass sich Teile aus der Stahlbetondecke gelöst hatten und herabgestürzt waren. Leitungen hingen aus der Decke.

Bilder: Tiefgarage in Altenerding brennt

Vor Ort waren auch Erdings Polizeichef Anton Altmann und Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Erding sowie einige Streifenwagenbesatzungen. Sie sperrten die Tiefgarage, im Verlauf des Dienstags werden die Brandfahnder erwartet. Die Ursache steht noch nicht fest, es könnte sich um einen technischen Defekt handeln. Der Schaden dürfte mehrere 100000 Euro betragen. Was den Feuerwehrlern sauer aufstieß: Eine Lüftung funktionierte nicht und, noch schlimmer, so manche Brandschutztür war verkeilt und konnte nicht ins Schloss fallen, um eine weitere Ausbreitung des giftigen Qualms zu verhindern. Erst nach 23 Uhr konnten die letzten Retter einrücken. Die Ausrüstung wurde teils noch in der Nacht im Feuerwehrservicezentrum Erding wieder einsatzklar gemacht.

Hans Moritz

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen
Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil

Kommentare