Dramatischer Einsatz

In letzter Sekunde aus brennender Wohnung gerettet

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Die Feuerwehr hat am Donnerstag eine Frau aus ihrer brennenden Wohnung befreit.

Altenerding - Dass eine ältere Dame aus Altenerding noch am Leben ist, hat sie einem aufmerksamen Zeugen und der Feuerwehr Altenerding zu verdanken.

Die 84-Jährige wurde am Donnerstagmorgen in letzter Sekunde aus ihrer brennenden und verqualmten Wohnung befreit. Von Hans Moritz Altenerding - Es war gegen 9.30 Uhr, als der Hausmeister des Mehrfamilienhauses an der Herzogstandstraße 4 in Altenerding Qualm im Flur bemerkte. Sofort wählte er den Notruf 112. Er wusste auch, dass in der Wohnung eine hochbetagte Frau lebt, die nicht mehr gut zu Fuß ist und angeblich unter Demenz leidet. Die Integrierte Leitstelle Erding alarmierte die Feuerwehren Altenerding und Erding sowie Polizei und Rettungsdienst mit Notarzt. Die ersten Löschfahrzeuge fuhren wenige Minuten später vor. Es begann ein Einsatz, bei dem es um Leben und Tod ging - und bei dem offensichtlich alles richtig gemacht wurde. Ingesamt waren 40 Retter vor Ort.

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Manfred Schreiber von der Altenerdinger Feuerwehr berichtet, dass vor der Tür zur Wohnung im Erdgeschoss ein mobiler Rauchverschluss, eine Art Vorhang, angebracht wurde, um die anderen Bewohner beim Öffnen nicht auch noch in Gefahr zu bringen. Gleichzeitig wurde die Tür aufgebrochen. Der erste Trupp drang unter Atemschutz ins Innere vor. “Wir wussten, dass Gefahr in Verzug ist, weil klar war, dass eine Person noch in den Räumen sein musste”, sagt Schreiber. Mit der Wärmebildkamera wurde die Dame schnell gefunden. Sie saß neben ihrem Bett auf dem Boden, die Schlafzimmertür war angelehnt. Beide Faktoren könnten zum Überleben beigetragen haben. Denn der dichte schwarze Rauch zog zunächst zur Decke hinauf. Durch die Tür war das Zimmer vom Brandherd abgeschirmt. Dennoch: Viel Zeit hatte das Opfer nicht mehr, der Erstickungstod hätte bereits weniger Minuten später eintreten können.

Den fand ein zweiter Trupp in der Küche. Auf den heißen Kochplatten gelagerter Unrat hatte nach dem Worten von Kommandant und Stadtbrandmeister Stephan Stanglmaier zu kokeln begonnen. Irgendwann wurde daraus ein Feuer, das zunächst auf die Dunstabzugshaube, später auf die gesamte Küche übersprang. Marcus Radke und Christopher Nusko kämpften sich durch den Qualm und die Hitze zu der Frau vor. “Sie war schon rußschwarz im Gesicht, zwar noch ansprechbar, aber so verwirrt, dass sie sich anfangs überhaupt nicht von uns helfen lassen wollte. Mehrmals hat sie sich gewehrt”, berichten die beiden Feuerwehrmänner.

Bilder vom Brandort

Altenerding: Feuerwehr zieht Frau in letzter Sekunde aus brennender Wohnung

Vor dem Haus, vor dem sich bereits eine ganze Traube von Schaulusten versammelt hatte, wurde die Frau BRK-Rettungsdienst und Notarzt übergeben. Christian Caspari, Einsatzleiter Rettungsdienst, sprach von einer schweren Rauchvergiftung. Lebensgefahr bestand aber nicht. Das Opfer wurde nach der Erstversorgung mit Sauerstoff ins Klinikum Erding gebracht.

Das Feuer war binnen weniger Minuten gelöscht, anschließend wurde das gesamte Treppenhaus entraucht. Die übrigen Bewohner waren zuvor aufgefordert worden, in ihren Apartments zu bleiben. Der Sachschaden dürfte mehrere 1000 Euro betragen, die Wohnung ist ein Sanierungsfall. Dorthin wird die Frau erst einmal nicht zurückkehren können.

In der Wohnung gab es keinen Rauchmelder. Wäre einer vorhanden gewesen, wäre der Schaden wohl wesentlich geringer ausgefallen.

ham

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