Jetzt droht ein Bußgeld

Polizei stoppt Mega-Party nach 48 Stunden

Althegnenberg - Eigentlich wollte Stefan G. nur seinen 30. Geburtstag feiern. Doch die Party lief vollkommen aus dem Ruder. Jetzt kommt der große Katzenjammer.

Die Brucker Polizisten sind ja einiges gewöhnt, doch so etwas haben selbst sie noch nicht erlebt: Zwei Tage lang hat Stefan G. am Ortsrand von Althegnenberg mit rund 100 Gästen durchgefeiert. Die ohrenbetäubende Musik dröhnte Kilometer weit. Noch in Hattenhofen fühlten sich Menschen belästigt.

Diverse Beschwerden wegen Ruhestörung gingen bei der zuständen Polizeiinspektion in Fürstenfeldbruck ein. Mehrfach mussten die Beamten zur Party ausrücken. Doch es nutzte nichts. Kaum war der Streifenwagen wieder weggefahren wurden die Regler der professionellen Musikanlage erneut hochgezogen. Die Bässe wummerten unvermindert weiter.

Stefan G. war offensichtlich die Kontrolle über seine eigene Party komplett entglitten. „Er war nicht mehr Herr seiner Sinne“, sagt Michael Fischer, Sprecher der Brucker Polizei. Als schließlich klar war, dass die Party entgegen einer ersten Auskunft nicht genehmigt war, beendeten die Beamten das Spektakel am frühen Sonntagmorgen endgültig von amtswegen.

Die Fete stieg Anfang Juli. Jetzt zeichnet sich ab, dass sie für Stefan G. ein Nachspiel haben wird. „Es ist so gegen ziemlich alle Regeln und Vorschriften verstoßen worden“, sagt Polizeisprecher Fischer. Die Riesenparty war sogar mit Flyern beworben worden. Zudem war das Partygelände eingezäunt. Das Landratsamt prüft nun, ob das Fest hätte genehmigt werden müssen. Auf den Veranstalter kommt wohl ein nicht unerhebliches Bußgeld zu.

Nicht nur die Kreisbehörde beschäftigt sich mit der Party. Auch im Althegnenberger Gemeinderat war sie Thema. Zwei lärmgeplagte Bürger verlangten in der aktuellen Viertelstunde Aufklärung. Sie dachten, die Verwaltung hätte die Party abgesegnet. Doch Bürgermeister Reiner Dunkel (SPD) stellte klar: Der Veranstalter habe sich bei der Gemeinde zwar Marktbuden ausgeliehen, doch genehmigt sei die Veranstaltung damit keinesfalls gewesen. „Er hätte bei der Verwaltungsgemeinschaft eine Erlaubnis einholen müssen“, so Dunkel.

Das hatte Stefan G. aber nicht getan. „Ich wusste nicht, dass die Feier genehmigt werden muss“, sagt der Servicetechniker. Auf die Idee sei er auch gar nicht gekommen. Schließlich war die Party als private Veranstaltung auf einer privaten Wiese fernab der Ortschaft geplant.

Inzwischen hat sich Stefan G. beim Bürgermeister entschuldigt. Zudem gab es ein klärendes Gespräch. „Dabei wurde ihm aufgezeigt, was er da eigentlich abgezogen hat“, berichtet Fischer. Es gehe nicht an, „unter dem Deckmäntelchen der Privatheit“ eine derartige Party aufzuziehen. Er empfiehlt, sich im Vorfeld von solchen Events mit der Gemeinde zusammenzusetzen und nach einer für alle akzeptablen Lösung zu suchen. Unter bestimmten Auflagen könne so eine Party durchaus genehmigt werden.

Stefan G. wird aber wohl so schnell keine Fete mehr auf die Beine stellen: „Ich habe nur ein Festl machen wollen und jetzt werde ich von manchen im Dorf behandelt wie ein Schwerverbrecher.“

Susanna Reichlmaier

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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