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Gluthitze bei Volksfest: Bier wird warm, als Gäste anstehen - Verzweifelte Wirte berichten

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Von: Peter Loder

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Vor der Hauptbühne an der Sparkasse drängten sich die Besucher, um die vielen Show- und Musikeinlagen zu bestaunen.
Vor der Hauptbühne an der Sparkasse drängten sich die Besucher, um die vielen Show- und Musikeinlagen zu bestaunen. © Peter Weber

Nach dreijähriger Corona-Pause ist das Brucker Altstadtfest zurückgekehrt. Doch optisch und stimmungsmäßig war beim Comeback alles ein bisschen anders.

Fürstenfeldbruck – Auch der Bierpreis ist mittlerweile kräftig nach oben geschnellt. Dabei wollte der Gerstensaft erst gar nicht so richtig laufen. Denn die ungekühlt angelieferten Fässer konnten in der anfänglichen Gluthitze nicht überall auf Betriebstemperatur gebracht werden. Die Folge waren lange Warteschlangen und entgangene Einnahmen. Central-Café-Wirt Mani Burian verzweifelte ebenso wie Anton Maletz. Der Ex-Präsident des TSV West war Chef-Zapfer am Vereinsstand. Sein Nachfolger Andreas May bezifferte den entgangenen Ausschankschaden am Auftakt-Freitag auf bis zu 800 Euro.

Kein Halten beim Brucker Altstadtfest: Gäste singen umstrittenen Hit „Layla“

Auf Hochtemperatur gebracht wurde am späten Abend dann die Stimmung, als auf der Sparkassenbühne das Skandallied des Jahres ertönte: Nachdem „Rock-Wave“ Leadsängerin Raphaela Neumeier die ersten Takte von „Layla“ angestimmt hatte, gab es beim Publikum kein Halten mehr. „Die Leute haben alles stehen und liegen gelassen, sind aufgestanden und haben mitgesungen“, registrierte Fest-Organisator Daniel Brando. Woanders verboten, ließen Brucks Verantwortliche den Song unzensiert laufen.

Während entlang der Hauptstraße die Stimmung im Laufe der Tropennacht wie gewohnt kochte, waren die in den Jahren zuvor in die Feier-Meile integrierten Nebenstraßen irgendwie vom Trubel abgeschnitten. Es sind ungewohnte Bierbank-Lücken etwa an der Rathaus-Ecke hin zur Augsburger Straße und entlang der Schöngeisinger Straße entstanden. Etliche Ladenbesitzer und Gastronomen hatten sich heuer nicht mehr beteiligt. Hauptsächlich wurde Personalmangel als Grund angegeben.

Schon am Freitagabend strömten die Massen durch die Hauptstraße.
Schon am Freitagabend strömten die Massen durch die Hauptstraße. © Peter Weber

Noch einsamer wirkte die Pucher Straße. Dort endet die Feierzone schon nach 30 Metern und es gibt mittlerweile gar keine Bühne mehr. Ohnehin wäre das Bühnenprogramm nach den ersten Planungen im Frühjahr noch dürftiger ausgefallen, hätten die Wirte nicht massiven Protest im Rathaus ausgeübt. Trotzdem: Aus Sicherheitsgründen gab es heuer weniger Tische, die Rettungsgasse in der Straßenmitte war breiter.

Untypisch fürs Altstadtfest in Fürstenfeldbruck: Das Wetter passt

Mit dem Wetter hatte die Stadt dieses Mal Glück. Am Samstag war der Draht nach oben so perfekt, dass erst kurz vor Ausschankschluss um Mitternacht ein kleiner Schauer die Stimmung abkühlte. Ansonsten war das Wetter so perfekt, dass trotz Energiekrise die bunten Lichter der Festbeleuchtung selbst tagsüber nicht ausgeschaltet wurden und mit der Sonne um die Wette strahlten.

Eröffnet wurde das Fest am Freitag von sieben mitten auf der Amperbrücke stehenden Königlich Privilegierten Böllerschützen. OB Erich Raff beschränkte sich auf ein paar knappe Begrüßungssätze. Wesentlich mehr zu sagen hatte Fest-Referent Markus Droth, der vor dem Bauhof Auf der Lände 150 Fundfahrräder verkaufte und versteigerte. Das Interesse hielt sich in Grenzen. Nur 40 Drahtesel fanden neue Besitzer. (Peter Loder)

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