Gemeinde hatte die Pläne schon fertig

Am Iffeldorfer Bahnhof: Frust wegen 110 Meter Gehweg - Bahn blockiert Vorhaben

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Kein Durchgang: Vom Bahnsteig würde der neue Weg an der Strecke entlang südlich verlaufen.

Böse Überraschung in Iffeldorf: Aus dem ersehnten Bau eines Geh- und Radwegs zwischen Bahnhof und Wohngebiet „Altes Sägewerk“ wird vorerst nichts. Die Bahn stellt sich quer.

Iffeldorf – Der Wunsch nach der Verbindung für Fußgänger und Radfahrer besteht in Iffeldorf schon lange. Damit will die Gemeinde das Wohngebiet „Altes Sägewerk“ besser an den nördlich gelegenen Bahnhof anschließen – und so für die Anwohner den Umweg über die Staltacher Straße vermeiden. Doch es gibt ein Problem: Da die Trasse neben der Kochelseebahn-Strecke führen soll, muss die Bahn ihr Okay geben.

Schon vor über zehn Jahren hatte der damalige Bürgermeister Albert Strauß diverse Vorstöße bei der Bahn unternommen, danach ebenso sein Nachfolger Hubert Kroiß – allesamt ohne Erfolg. Im März 2017 verkündete Kroiß dann voller Freude: Die Bahn habe die Erlaubnis für die Arbeiten entlang der Gleise erteilt. Eine Baudurchführungs-Vereinbarung wurde unterschrieben. Doch Monate später teilte Kroiß mit, dass die Bahn doch wieder Einwände habe.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte Kroiß nun die Hintergründe für die Absage der Bahn. Demzufolge hatte das von der Gemeinde beauftragte Münchner Ingenieurbüro Winderl ein Schreiben der DB Immobilien erhalten. „Aus Sicht der Deutschen Bahn AG und ihrer Konzernunternehmen kann derzeit keine Zustimmung zu dem Vorhaben erteilt werden“, heißt es darin. Der geplante Weg, so das Schreiben, führe zu nah an den Oberleitungsmasten vorbei und gefährde deren Standsicherheit. Zudem sei die Oberleitung der Strecke Tutzing-Kochel für einen Neubau vorgesehen, der Wegebau habe „möglichst zeitgleich“ zu erfolgen. Vage heißt es: Der Leitungsbau solle „in den nächsten drei bis fünf Jahren“ stattfinden. Und: Laut Bahn darf es nur einen Gehweg geben – weil es am Ende der Strecke keine Abstellmöglichkeiten gebe.

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Kroiß spricht von „einer bösen Überraschung“. Denn das Münchner Büro, das laut Bürgermeister viel Bahn-Erfahrung hat, hat bereits Pläne vorgelegt. Eingezeichnet ist eine etwas über 110 Meter Trasse mit einer lichten Breite von 1,60 Metern westlich des Gleises zwischen dem Bahnsteig und dem hinter einem Wohnhaus endenden öffentlichen Weg an der Straße „Am alten Sägewerk“. Die geplante Verbindung sollte auf der Bahnbrücke die Ortseinfahrt (Staltacher Straße) queren – dies sei mit der Bahn vereinbart worden, so Kroiß. Auch eine Kostenschätzung von 200 000 Euro liegt auf dem Tisch. Rund 60 000 Euro Zuschuss standen in Aussicht, eine erste Rate genehmigte die Regierung 2017.

Heuer sollte der Bau beginnen

„Wir haben vorgehabt, heuer mit dem Bau zu beginnen“, sagt Kroiß. Die Planung sei im Genehmigungsverfahren, es fehle nur noch der Grünordnungsplan. Die Ausschreibungen hätten umgehend erfolgen können. Entsprechend enttäuscht ist der Bürgermeister. Angesichts der bisherigen Erfahrung ist er wenig optimistisch, dass es bei dem von der Bahn genannten Zeitrahmen bleibt. Was die Planung die Gemeinde kostet, konnte er nicht sagen – die Rechnung stünde aus. Seitens der Bahn erklärte dazu ein Sprecher auf Nachfrage, man wolle wegen der Zukunft des Wegs möglichst zeitnah Kontakt mit dem Iffeldorfer Rathaus aufnehmen.

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