Opfer erstattet Anzeige

Bulldogge geht auf Spaziergänger los - und das sind seine Verletzungen

Bei einem Spaziergang an der Isar ist ein Freisinger von einer fremden Bulldogge attackiert worden. Mit Bisswunden wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Der Hund ist nicht zum ersten Mal auffällig geworden – und läuft, nahe eines Jugendzentrums, immer noch ohne Leine herum.

Freising – „Der will nur spielen.“ Das waren die letzten Worte, die ein 50-jähriger Freisinger gehört hat, bevor der auf ihn losstürmende Hund zugebissen hat. So jedenfalls berichtet der Mann über die die schmerzhaften Erfahrungen, die er der kurz vor Ostern bei einem Spaziergiergang gemacht hat.

Nahe des Jugendzentrums Tollhaus ereignete sich kurz vor Ostern der Angriff der Bulldogge auf einen 50-jährigen Freisinger, der mit dem Hund seiner Freundin beim Gassigehen war.

Was der Mann schildert, ist ein Albtraum: Am 27. März ging er gegen 16.30 Uhr am Isardamm in Lerchenfeld mit dem Hund seiner Freundin Gassi. „Nur wenige hundert Meter vor meiner Wohnung wurden wir auf dem Rückweg von einer fremden, freilaufenden Bulldogge attackiert.“ Als die auf ihn zugerast kam, habe er zum Schutz instinktiv sein Tier auf den Arm genommen. Immer wieder habe der fremde Hund nach ihm geschnappt und ihn dabei mehrfach heftig in die linke Hand und den rechten Arm gebissen. „Ich habe den Hundeführer mehrmals energisch aufgefordert, seinen Hund endlich an die Leine zu nehmen“, berichtet der Freisinger weiter. Doch der habe es erst nach langem Zögern geschafft, seine Bulldogge anzuleinen, wie der 50-Jährige berichtet. „Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass der Hundehalter die Situation verstanden noch den gefährlichen Hund im Griff hatte.“

Nachdem der Attackierte sich und seinen Hund in Sicherheit gebracht hatte, rief er Krankenwagen und Polizei. Dem Halter der Bulldogge habe er zugerufen, vor Ort zu bleiben. Tatsächlich wartete der Angesprochene mit seinem Hund in sicherem Abstand, bis die Beamten anrückten.

In der Notfallaufnahme des Klinikums Freising wurde der 50-Jährige zirka eineinhalb Stunden lang ärztlich versorgt. In dem Befund, der dem FT vorliegt, ist von einer zirka ein Quadratzentimeter großen tiefen Bisswunde am Unterarm die Rede, desweiteren von zwei tieferen Bisswunden an der linken Hand und drei oberflächlichen Risswunden. Seit dem Vorfall muss das Opfer jeden Tag zur Wundkontrolle und zum Verbandswechsel.

Der 50-Jährige ist nicht das einzige Opfer der Bulldogge

Der 50-Jährige ist das Opfer, das es bis dato am Schlimmsten erwischt hat. Er ist aber nicht der Einzige, der von der Bulldogge bereits attackiert wurde. Noch am Ort der Attacke berichteten Kinder den Polizisten, dass das Tier schon mehrfach andere Hunde gebissen habe. Gleich zweimal davon betroffen war der Hund einer Freisingerin. „Einmal Ende Januar, als mein zwölfjähriger Sohn mit unserem Hund beim Gassigehen war“, berichtet sie. „Eine Woche später hat es mich erwischt.“ Als sie sich und ihren Hund vor der Bulldogge schützen wollte, sei sie gestürzt und habe sich Aufschürfungen zuzogen. Gebissen worden sei sie nicht. Ihr Sohn habe das Glück gehabt, dass ihm zufällig ein pensionierter Polizist zur Hilfe gekommen sei.

Zwei tiefere Bisswunden hat das Opfer des Hundes an der linken Hand erlitten.

Der Isardamm in Lerchenfeld ist ein belebter Ort. Hier lassen nicht nur viele Hundebesitzer ihre Zamperl laufen. Im nahegelegenen Jugendzentrum verbringen Teenager ihre Freizeit. Weiter unten liegt ein Spielplatz, auf dem sich die Kleinen tummeln. Umso schlimmer ist es für sie, sagt die Frau, dass der Besitzer der Bulldogge sein Tier noch immer frei herumlaufen lasse.

Die Polizei verfolgt den Fall, der Besitzer ist sich keiner Schuld bewusst

Die Frage lautet: Wie lange noch? Der 50-Jährige hat den Fall zur Anzeige gebracht. Wie die Polizei Freising mitteilt, wird der Fall auch beim Staatsanwalt landen. Das städtische Ordnungsamt werde ebenfalls informiert. Dessen Leiter Robert Zellner geht davon aus, dass er den Vorgang nächste Woche auf dem Schreibtisch hat. Er erklärt, dass er sich wohl in einer routinegemäßen Anhörung ein Lagebild machen werde. Erst dann könne entschieden werden, was weiter zu tun ist. Die möglichen Sanktionen reichen von Leinenpflicht über Maulkorb-Erlass bis hin zur Wegnahme des Tieres. Das Opfer selbst fordert via Anwalt eine Maulkorb-Pflicht für den betroffenen Hund.

Der Bulldoggen-Besitzer war sich indes im Telefonat mit dem FT keiner Schuld bewusst: Der Mann sei nur gekratzt und nicht gebissen worden. Darauf angesprochen, dass der ärztliche Befund dem widerspreche, reagierte er prompt: Er legte auf.

Rubriklistenbild: © Fkn

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