„Ich schäme mich für das Ganze“

Aus Angst vor der Ehefrau: Mann erfindet Überfall

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Blick in jeden Wagen: Viele Autofahrer wurden Mitte Dezember auf der B 11 gefilzt. Anlass war die Aussage eines Geretsrieder, der behauptet hatte, dass er überfallen worden sei. Tatsächlich hatte er nur Geldsorgen, die er seiner Frau nicht beichten wollte.

Geretsried - Weil ein Mann Angst vor seiner Frau hat, erfindet er einen Überfall - und löst damit eine Großfahndung aus. Dabei hatte er eigentlich nur einem Bekannten helfen wollen...

Die Räuber kamen angeblich um die Mittagszeit. Zwei maskierte Männer sollen es gewesen sein, die am 12. Dezember vergangenen Jahres in eine Wohnung an der Adalbert-Stifter-Straße eingedrungen sind. Mit Faustfeuerwaffe und Messer, so hieß es, bedrohten sie den 61 Jahre alten Rentner, der sich zu der Zeit allein in der Wohnung aufhielt. Dann zwangen sie ihn zur Herausgabe seiner gesamten Ersparnisse. Mit 3000 Euro Beute suchten die Maskierten nach wenigen Minuten das Weite.

Schon kurze Zeit später hatte die Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften Straßenkontrollen an der B11 und an der Tattenkofener Brücke errichtet. Doch die Suche nach den vermeintlichen Räubern blieb erfolglos. Gegen 20.30 Uhr am Abend des selben Tages knickte der Überfallene im Verhör mit der Kripo ein. „Ich habe den Überfall erfunden“, gestand der Rentner. Er musste sich nun wegen Vortäuschens einer Straftat vor Gericht verantworten.

Ausführlich legte der Angeklagte die Hintergründe dar. Der eigentliche Auslöser für die Kurzschlussreaktion war jedoch panische Angst vor der Ehefrau. Im Mai 2012 habe er einem Bekannten aus einer finanziellen Notlage geholfen und ihm 600 Euro geliehen. Wie vereinbart erhielt er das Geld zwei Wochen später zurück. Bald darauf habe der spielsüchtige Bekannte ihn erneut angepumpt. Weil es beim ersten Mal geklappt hatte, ließ sich der Angeklagte erneut erweichen.

„Über Monate ging das so, doch irgendwann hat er nicht mehr zurück gezahlt“, erklärte der 61-Jährige. „3000 Euro waren weg.“ Es handelte sich um die gesamten Ersparnisse, die er und seine Frau, die in die Sache nicht eingeweiht war, für Notfälle zurückgelegt hatten. „Ich bekam Angst, dass alles auffliegt. Ich hab gedacht: Wenn meine Frau dahinter kommt, lässt sie sich scheiden.“ In den Gedanken habe er sich derart reingesteigert, dass er auf die Idee mit dem Überfall kam.

rs

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