Größtes Anime-Treffen Süddeutschlands

So verrückt geht es auf der Animuc-Messe zu

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Die Animuc ist auch ein soziales Event. Hier treffen die Cosplayer alte Freunde und lernen neue kennen.

Bunte Kostüme, fernöstliche Motive und Fantasywesen – auf der Animuc in Fürstenfeldbruck geht es bunt zu. Die größte Anime-Messe Süddeutschlands zieht dieses Jahr über 8000 Besucher an. 

Fürstenfeldbruck Laura (18) und Elisabeth (20) kommen beide aus Regensburg. Kennengelernt haben sie sich aber auf der Animuc, es entstand eine Freundschaft. Heute sind Laura und Elisabeth Dänemark und Norwegen. Die Idee, Länder mit ihren typischen Eigenschaften als Menschen darzustellen, stammt aus einer Fernsehserie. Dänemark liebt Lego, Norwegen Butter, ihr Verhältnis entspricht dem der Vorbilder. Laura und Elisabeth mochten es, Geschichte mit Humor zu vermitteln, und schlüpften selbst in die Rollen. Die Kostüme im Rokoko-Stil hat Elisabeth selbst genäht, inklusive Rüschenhemden, Schärpen und Mänteln. Wie viel Zeit sie dafür investierte? „Viel zu viel“, sagt sie und lacht.

Laura (l.) und Elisabeth nähen ihre Kostüme selbst.

Die Animuc ist die größte Anime- und Manga-Convention im süddeutschen Raum. Dieses Jahr werden mehr als 8000 Besucher erwartet. Alles dreht sich um Mangas und Anime, also japanische Comics und Zeichentrickserien.

Animuc in Fürstenfeldbruck 2018: Bilder

Auffälligstes Merkmal der Animuc sind die aufwendigen Kostüme der Besucher. Bunte Frisuren, dicke Schminke und allerhand Requisiten wie Schwerter oder Zauberstäbe - fast jeder hier sieht aus, als sei er frisch aus einem Manga geklettert. Cosplay nennt man das. Cosplayer stellen einen Charakter und dessen Verhalten möglichst originalgetreu dar.

180 Stunden Bastelarbeit für ein Kettenhemd

Auch Laura und Elisabeth sind Cosplayer. Laura begeistert sich für das Hobby. „Man lernt viele interessante Menschen kennen.“ „Ich mag die Vielseitigkeit“, sagt Elisabeth. Beide besuchen die Animuc an jedem der drei Tage, immer in einem anderen, selbst gemachten Outfit.

Damit sind die beiden keine Ausnahme. Xenia (28) aus Stuttgart häkelte anderthalb Jahre an ihrem Kostüm. Morgen trägt sie trotzdem ein anderes. Das Anime-Fieber infizierte sie vor 20 Jahren mit Serien wie Sailor Moon und Pokémon. Heute zeichnet sie selbst Mangas, machte als Tätowiererin die Zeichenleidenschaft zum Beruf.

Trifft man auf den Erzfeind des eigenen Charakters, kommt es zum spielerischen Duell.

Tina (22) aus Nürnberg bastelte alleine an ihrem Kettenhemd 180 Stunden, bereitete sich acht Monate auf die Convention vor. Sie freut sich besonders, auf der Animuc Freunde zu treffen, die sie sonst nur selten sieht. Die Mitglieder ihrer Gruppe stammen aus Stuttgart, Augsburg und Nürnberg, haben sich alle auf der Animuc kennengelernt. „Trifft man jemanden im Kostüm eines Charakters, den man mag, ist man sofort befreundet.“

Teilnehmer berichten von Pöbeleien

Cosplayer haben es nicht immer einfach. Laura und Elisabeth berichten von bösen Blicken und Pöbeleien. Selbst bespuckt wurden sie schon. Sie versuchen ihr Hobby dann zu erklären, aber das klappt nicht immer. „Ich wünsche mir mehr Toleranz“, sagt Laura. In anderen Städten laufe es besser.

Bei Animuc geht es tolerant zu. Frauen verkörpern männliche Charaktere, Männer verkörpern weibliche. Elisabeth findet das gut. „Jeder stellt den da, den er mag. Das Geschlecht spielt keine Rolle. Jeder soll sein, wer er will.“

Die Animuc bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm. Unter anderem stehen der deutsche Vorentscheid für den internationalen Cosplay-Wettbewerb C4, ein Catwalk, ein Dance-Off und Einzel- und Gruppencosplay-Wettbewerbe auf dem Programm. Workshops vermitteln die Grundlagen des Perückenstylings und des Rüstungsbaus mit Thermoplasten.

Von Christian Masengarb

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