Anklage gegen Max Riemensperger erhoben

Freising - Der Gang vor Gericht bleibt Max Riemensperger (47) nicht erspart: Die Staatsanwaltschaft Deggendorf hat gegen den Discobetreiber Anklage wegen Brandstiftung und Betrugs – letzteres in einem besonders schweren Fall – erhoben.

Auch ein 41 Jahre alter früherer Beschäftigter von Max Riemensperger muss vor das Landgericht Deggendorf. „Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlich begangene Brandstiftung und Betrug in einem besonders schweren Fall, beziehungsweise Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall“, teilte Staatsanwalt Johann Duschl mit.

Lesen Sie auch:

Max Riemensperger auf Kaution frei

Disco-Feuer: Max Riemensperger schweigt

Die Fakten der Staatsanwaltschaft, auf die die Anklage beruht: Am 28. September war in der Discothek MGM in Plattling mittels eines Brandbeschleunigers Feuer gelegt worden. Eine der Zugangstüren sei gewaltsam geöffnet und an der vorhandenen Brandmeldeanlage „manipuliert“ worden, „so dass keine Meldung an Polizei oder Feuerwehr erfolgte“, fasste Duschl am Mittwoch zusammen. In der Disco, die vollständig ausbrannte, seien gleich „mehrere Brandherde“ festgestellt worden. Der Schaden belief sich auf vier Millionen Euro – Riemensperger habe bei seiner Versicherung die „Auszahlung von Versicherungsleistungen“ beantragt.

Was belastende Beweise betrifft, bezog sich die Staatsanwaltschaft gestern nur auf den „mutmaßlichen Mittäter“, der immer noch in U-Haft sitzt: „Hinweise auf veröffentliche Bilder einer Überwachungskamera in Brandortnähe hatten zu seiner Ergreifung geführt“, hieß es gestern. Tatsächlich soll ein Video den 41-Jährigen zeigen, wie er an einer Tankstelle in der Nähe des MGM mit einem kanisterartigen Gegenstand unterwegs ist. Der 41-Jährige bestreitet den Tatvorwurf. Sein Anwalt Christian Bärnreuther betont, das Video beweise gar nichts.

Zur konkreten Beweislage gegen Riemensperger äußerte sich Staatsanwalt Duschl nicht. „Das ginge zu sehr ins Detail“ und werde erst vor Gericht dargelegt.

Riemenspergers Anwalt Sewarion Kirkitadse sprach gestern von der Anklageerhebung als „Rechtsakt mit Unrechtsgehalt“. Man sehe der Verhandlung, zu der es wohl in zwei, drei Monaten kommen werdem „mit Gelassenheit entgegen“. Nach der Entlassung Riemensperger habe man weiteres Entlastungsmaterial vorgelegt: Unterlagen, die zeigten, dass Riemensperger bereits bis ins Frühjahr 2011 Veranstaltungen geplant und weitere Investitionen ins Auge gefasst hätte. Gleichzeitig hätten weitere Ermittlungen seinen Mandanten „nicht weiter belastet“, sagte Kirkitadse. Warum es dann trotzdem zu einer Verhandlung kommt? „Vielleicht möchte die Staatsanwaltschaft, dass durch ein Urteil wieder der Rechtsfriede einkehrt“, mutmaßt der Anwalt.

Das Landgericht Deggendorf hat über die Zulassung der Anklage noch nicht entschieden – dabei dürfte es sich aber nur um eine Formalie handeln. Ein Termin der Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Helmut Hobmaier

Auch interessant

Meistgelesen

Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Hohenlindenerin kämpft mit weichen Bandagen
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Münchner Wirt übernimmt Traditionsgaststätte
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Schwerer Unfall auf der Flughafentangente: Skoda kracht in Mercedes 
Supermarkt stellt diesen ganz besonderen Kühlschrank auf - und wird dafür gefeiert
Supermarkt stellt diesen ganz besonderen Kühlschrank auf - und wird dafür gefeiert

Kommentare