Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

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Starnberger gegen Frau aus Landkreis Fürstenfeldbruck

Pöbelei live auf Sendung: Anrufer beleidigt Kranke bei Antenne Bayern

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Es war ein unangenehmer Anruf in der Sendung „Guten Morgen Bayern“ für die Moderatoren Indra Gerdes und Wolfgang Leikermoser.

Mitten in einer Livesendung kam es zu einem Eklat bei „Antenne Bayern“. Ein Anrufer beleidigte eine erkrankte Frau aus dem Kreis Fürstenfeldbruck. Auf Facebook zeigen sich viele Zuhörer schockiert.

München - Der Radiosender „Antenne Bayern“ erfüllt momentan mehrmals täglich Wünsche der Hörer. Die meisten sind einfach nette Träume, aber verhältnismäßig leicht erfüllbar. Flüge mit einem Heißluftballon oder einem Hubschrauber waren schon dabei, ebenso eine Übernachtung auf einem Berg oder eine Fahrt mit einem Lamborghini. 

Das Anliegen von Nina aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck ist dagegen sehr emotional und ging vielen Zuhörern nahe. Die Übergewichtige leidet an der Krankheit „Lipödem“. Die Erkrankung ist chronisch und sehr schmerzhaft. Fettzellen am Po, den Beinen, der Hüfte und auch an den Armen werden immer dicker, weil sich Wasser und Lymphflüssigkeit im Unterhautfettgewebe anlagern. Erkranken können auch Normalgewichtige. Bei fortgeschrittener Krankheit stimmen die Körperproportionen auf Grund der Schwellungen und ungleichen Fettverteilung nicht mehr.

Krankenkasse zahlt OP nicht - Antenne Bayern schon

Ein Teufelskreis entsteht: Durch die Schmerzen und die dadurch eingeschränkte Mobilität bewegen sich die Betroffenen oftmals weniger und nehmen weiter zu. Mehr Sport oder eine Diät helfen jedoch gegen die Krankheit nicht, weil sie genetisch und hormonell bedingt ist. Nur eine OP kann den Erkrankten helfen. Das Problem: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen diesen chirurgischen Eingriff nicht! 

Genau diesen Wunsch wird „Antenne Bayern“ Nina nun erfüllen. Der Radiosender zahlt die OP für 7000 Euro und lindert damit das körperliche und seelische Leiden der Oberbayerin. Alleine hätte sie sich die Kosten für die Fettabsaugung nicht leisten können.

Und dann rief Sven aus Starnberg an...

Die Übernahme der Kosten durch den Radiosender hätte einfach eine schöne Meldung im Programm am Mittwochmorgen sein können. Doch dann klingelte das Telefon in der Redaktion und es meldete sich Anrufer Sven aus Starnberg. Er pöbelte herum!„Also, wenn ich das schon immer höre, dass die Frauen krank sind. Diese Krankheit gibt es doch gar nicht. Die sollten lieber mal ein bisschen mehr Sport treiben und weniger essen“, war sein nicht hilfreicher Ratschlag. Die Moderatoren Wolfgang Leikermoser und Indra Gerdes erklärten daraufhin nochmal, dass es sich hierbei um eine Krankheit handelt. Dann hatten sie genug gehört und verabschiedeten den Anrufer: „Sven, wir machen Open Line, hier kann jeder durchklingeln, aber an der Stelle erstmal einen schönen Tag.“ 

„Ich wäre ihm am liebsten an die Gurgel gesprungen“

„Da sitzt man im Auto und freut sich mit der jungen Dame und nur nach einem Lied ruft der Idiot an, und ich wäre ihm am liebsten durch das Radio an die Gurgel gesprungen“, kommentierte Julian S. auf der Facebook-Seite von Antenne Bayern. Dort sind viele Zuhörer noch immer schockiert über die Kommentare des Anrufers in der Livesendung. Oberflächlich sei der Anrufer gewesen, meint Yvonne Z., außerdem lege man mit solchen Meinungen „den Grundstein für Mobbing“. Eine „Frechheit“ und „unverschämt“ seien seine Aussagen gewesen, findet Christine B. 

Auch Marcus Sell, Pressereferent von Antenne Bayern, berichtet von zahlreichen Reaktionen nach dem Anruf von Sven. „Viele Hörer meldeten sich – zum einen, weil sie es toll finden, dass Antenne Bayern den größten Wunsch von Nina erfüllt. Zum anderen, weil sie selbst betroffen sind von der Krankheit. Und auch Hörer, die sich über den Kommentar von Sven aufregen, denn sie kennen solche Kommentare aus dem Alltag.“ 

So habe auch eine Hörerin namens Kerstin den Sender kontaktiert und von ihren Erfahrungen erzählt: „Mir rollen sich die Fußnägel hoch, wenn ich solche Kommentare höre. Ich hatte selber eine solche Krankheit – ich kann also den Leidensweg von Nina sehr gut verstehen. Es ist wirklich schade, dass diese Krankheit fast keiner kennt und dass viele Menschen die Krankheit abtun wie: Die frisst einfach zu viel.“

Jede zehnte Frau ist betroffen: Auch sie leidet unter der Lipödem-Krankheit

Video: Glomex

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