Happy End nach langer Suche

Irgendwas stimmte nicht! Kater kommt nach zwei Jahren wieder heim

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Ein bisschen abgekämpft schaut Kater James schon noch aus. Aber seine Besitzerin Uschi Resenberger (Mi.), ihr Sohn Thomas und Tierärztin Andrea Wolf sind heilfroh, dass er nach zweieinhalb Jahren nach Hause gefunden hat.

Kater James ist ziemlich tollpatschig, sagt seine Besitzerin. Aber Kater James ist auch ein echter Überlebenskünstler. Nach zweieinhalb Jahren hat er jetzt völlig überraschend den Weg zurück nach Hause in Arzbach gefunden. Eine Sache kam dem Tier dabei zugute.

Arzbach – Dass etwas nicht stimmen konnte, war Uschi Resenberger schnell klar, als sie am Abend des 17. Juni 2015 von der Arbeit nach Hause kam. Denn sie wurde nur von einer ihrer beiden Wohnungskatzen begrüßt. Von Kater James, damals gerade einmal 15 Monate alt, fehlte jede Spur. Panik stieg in der Arzbacherin hoch.

Kein Wunder, der rote Stubentiger mit dem weichen Fell ist ein kleiner Tollpatsch. Und genau das wurde ihm damals wohl zum Verhängnis. Er hatte, wie so oft, auf dem weitläufigen Balkon getobt. Dabei muss er das Gleichgewicht verloren haben und aus dem ersten Stock gefallen sein.

Tier kennt sich nicht aus und ist traumatisiert

Andrea Wolf kennt das: „Dass Haustiere vom Balkon fallen, kommt gar nicht mal so selten vor“, sagt die Tierärztin. „Das Tier kennt sich dann in der Welt, die es unten erwartet, nicht aus und ist traumatisiert. Wenn ihm dann noch etwas Angst macht, läuft es weg“, sagt die Lenggrieserin.

Stunden-, tage-, wochenlang suchte Uschi Resenberger nach ihrem James. Vergeblich. „Ich habe ganz Arzbach zuplakatiert und keine Peinlichkeit ausgelassen, um meinen Kater beispielsweise in fremden Gärten zu finden“, so Resenberger. „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass er lebt.“ Doch erst jetzt, zweieinhalb Jahre später, konnte sie den abenteuerlustigen Streuner wieder in ihre Arme schließen.

Und das kam so: „Kurz vor Weihnachten ist er bei einer Wackersberger Hütte aufgetaucht“, berichtet Tierärztin Wolf. Dort hatte, wie der Zufall es will, ein Katzen-Liebhaber seine Ferien verbracht und sich des Tiers angenommen. „Er fütterte den Streuner und wollte, dass der Kater wieder zurück in sein Zuhause kommt“, sagt die Tierärztin. Möglich wurde das nur, weil der Kater mit einer Tätowierung versehen war.

Tierärztin plädiert für Kennzeichnung

Als James’ Besitzerin Uschi Resenberger den Kater kastrieren ließ, nahm sie die Narkose zum Anlass, ihn von Wolf auch gleich mit einem Tattoo in den Ohren kennzeichnen zu lassen. „Die Tierärzte würden sich wünschen, dass mehr Menschen ihre Haustiere auf diese Weise kennzeichnen lassen“, sagt Wolf. Sie will James’ Rückkehr zum Anlass nehmen, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, das ihr am Herzen liegt: „Die Sache zeigt, wie sinnvoll die Kennzeichnung ist – auch bei Wohnungskatzen.“

Selbst wenn die Suche nach einer vermissten Katze nicht immer so gut ausgeht wie bei James, können Tätowierungen helfen, bei den Besitzerfamilien für Gewissheit zu sorgen. Würden Tiere überfahren, könne man den Familien gekennzeichneter Katzen so wenigstens die Ungewissheit über den Verbleib des Lieblings nehmen. Für die Kennzeichnung gibt es laut Wolf zwei Möglichkeiten: die Tätowierung oder das Implantieren eines nur etwa reiskorngroßen Chips.

Beide Varianten hätten Vor- und Nachteile, erklärt die Tierärztin: „Der Chip kann nur mit einem Lesegerät beim Tierarzt oder Tierheim gelesen werden. Dafür braucht das Einsetzen des Implantats aber keine Narkose. Es wird einfach im wachen Zustand unter die Haut gebracht“, sagt Wolf.

Tätowierungen hingegen dürfen wegen der Schmerzen nur unter Narkose vorgenommen werden, führt sie weiter aus. Wolf befürwortet das Tattoo, besonders bei Katzen, „denn das kann jeder ablesen, der mit dem Tier Kontakt hat.“ Und zwar so: In das eine Haustier-Ohr ist das Kürzel des Landkreises und das Jahr der Tätowierung geschrieben. „In diesem Jahr würde ich zum Beispiel Tol ’18, andere Kollegen auch Töl ’18, tätowieren“, sagt die Tierärztin. Im anderen Ohr steht dann das Kürzel des Tierarztes, „in meinem Fall zum Beispiel AW für Andrea Wolf, in Tölz kürzt Ulrike Vögele beispielsweise mit UV ab.“

Video: Darf ich eine streunende Katzen aufnehmen?

Hütten-Urlauber bringt James in die Praxis

Genau solch eine Tätowierung entdeckte der Hütten-Urlauber im Ohr von Kater James. Er verlängerte sogar seine Ferien, um ihn persönlich in Wolfs Praxis zu bringen. Die wiederum verständigte James Katzen-Mama Uschi Resenberger, die ihren verloren geglaubten Liebling endlich wieder in die Arme schließen konnte. Wo er all die Monate gesteckt hat, weiß niemand.

Und es ist auch egal. Nun macht der Kater es sich in seinem Zuhause, weitab von Winterkälte und den Strapazen der Natur, wieder gemütlich. Resenberger wollte ihn, nachdem er solange in Freiheit lebte, eigentlich ab jetzt als Freigänger halten. Doch darauf hat der Kater einfach keine Lust, wie Tierärztin Wolf erzählt: „James will nicht mehr aus der Wohnung.“ Nora Linnerud/Video: Glomex

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