Böses Ende einer Verfolgungsjagd

Flucht im Drogenrausch: BMW landet in Wiese 

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Auf der Flucht vor der Polizei hat ein BMW-Fahrer am Freitagabend bei Aschheim seinen Wagen in einer Kurve geradeaus in eine Grünfläche gesteuert.

Aschheim - Böses Ende einer Verfolgungsjagd: Auf der Flucht vor der Polizei hat ein BMW-Fahrer am Freitagabend bei Aschheim seinen Wagen in einer Kurve geradeaus in eine Grünfläche gesteuert.

Keinen Führerschein, dafür aber im Marihuanarausch – in diesem Zustand versuchte ein arbeitsloser BMW-Fahrer (21), der Polizei davonzufahren. Und das ging natürlich schief!

Um 22.10 Uhr wollten zivile Beamte der Polizei den mit drei jungen Männern besetzten Einser-BMW am De-Gasperi-Bogen in Riem kontrollieren. Der Wagen stand an einer roten Ampel. Als sich die Beamten näherten, gab der Fahrer Vollgas. Mit bis zu 200 (!) Sachen raste der BMW nach Aschheim. Nach der sechs Kilometer langen Verfolgungsfahrt verlor der Fahrer in der Eichendorffstraße die Kontrolle über den Wagen. Der BMW schoss über eine Verkehrsinsel, durchbrach die Leitplanke und rutsche die Böschung hinab auf eine Wiese. Die drei jungen Männer liefen davon, wurden kurz darauf an einer nahen Tankstelle entdeckt und festgenommen. Dabei zeigte sich, dass der junge Fahrer aus Eus­kirchen keinen Führerschein hat und dazu erkennbar unter Drogeneinfluss stand. Bei einem Blick in die Fahndungslisten stellte sich zudem heraus, dass der BMW ein Leihwagen ist und vom Autoverleiher Sixt bereits als gestohlen gemeldet worden war.

Flucht vor Polizei: BMW landet in Wiese

Flucht vor Polizei: BMW landet in Wiese

Der BMW war einige Tage zuvor von einem 20-Jährigen Bürokaufmann aus München angemietet aber nicht zurückgebracht worden. Der 20-Jährige saß ebenfalls in dem BMW, hatte den Wagen seinem führerscheinlosen Kumpel überlassen.

Das bereut er vermutlich zutiefst, denn der Schaden ist erheblich; An dem Wagen entstanden 15 000 Euro Schaden, weitere 5000 Euro kostet die auf 30 Meter zerstörte Leitplanke. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Das droht dem Amokfahrer

Wer durch grob verkehrswidriges und rücksichtslos Fahren Leib oder Leben anderer Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft. So steht es in Paragraf 315c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs). Erschwerend kommt für den Amokfahrer hinzu, dass er unter Drogeneinfluss stand und Unfallflucht (bis drei Jahre Haft) beging.

Wahnsinn am Steuer

Erst Anfang Oktober sorgten zwei spektakuläre Amokfahrten für Schlagzeilen. Am 6. Oktober knackte ein in London lebender, polnischer Fotograf (26) nachts einen Paketdienstwagen von DPD in Laim. Die Folge war eine irre Ping-Pong-Fahrt, bei der der Kleinlaster rechts und links der Fahrbahn in der Inderstorfer- und Rushaimerstraße 20 geparkte Fahrzeuge rammte und zum Teil schwer beschädigte. Dann lief er davon. Die Polizei fing ihn wieder ein. Der Mann hatte 1,8 Promille. Der Schaden betrug rund 200 000 Euro. Die Anwohner reagierten fassungslos. Einige, wie der Elektromeister Hans Dollinger, sind auf ihre Fahrzeuge auch beruflich angewiesen und hatten zum ganzen Ärger auch noch massive Dienstausfälle.

Zwei Tage später setzte sich ein Rentner (64) in Germering mit 2,5 Promille ans Steuer seines VW Touareg. Auf der gut sieben Kilometer langen Fahrtstrecke zwischen Germering und Planegg rammte der Geländewagen elf Fahrzeuge. Die letzten 800 Meter fuhr der 64-Jährige unbeeindruckt auf drei Reifen weiter, bis er in einen an der Ampel stehenden BMW krachte. Zwei Insassen wurden verletzt. Erst da war die Wahnsinnsfahrt beendet.

Dorita Plange

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