In der Nacht auf Donnerstag

Asylbewerber randaliert mit Messer: SEK greift ein

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Ein einsamer Schuh vor der Asylbewerberunterkunft in Steinhöring. Ein randalierender Asylbewer hatte Gegenstände auf die Bundesstraße geworfen.

Ebersberg - Ein Asylbewerber hat in der Unterkunft in der Münchner Straße Mitbewohner mit dem Messer bedroht. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei musste eingreifen.

Im Ort Steinhöring zwischen Ebersberg und Wasserburg war in der Nacht auf Donnerstag an Schlaf kaum zu denken. Ein betrunkener junger Mann aus Eritrea, der in einem Asylbewerberheim an der Bundesstraße 304 untergebracht war, fing zu randalieren an und fuchtelte mit einem Küchenmesser herum. Da Gefahr bestand, dass die Situation außer Kontrolle gerät, wurde das Spezialeinsatzkommando (SEK) gerufen. Das beendete nach über drei Stunden das Drama. Es gab aber Verletzte: zwei Beamte des SEK, den Ebersberger Polizeichef Hendrik Polte und den Randalierer selbst. Polte war etwas an den Fuß geworfen worden, er befindet sich in stationärer Behandlung.

Das Ganze ging gegen Mitternacht los. Bewohner der Asylunterkunft an der Münchner Straße riefen über Notruf die Polizei. Ein Mitbewohner würde randalieren, sagten sie, er sei mit einem Messer bewaffnet. Als die Streife eintraf, wurde sie mit aus dem zweiten Stock herabgeworfenen Gegenständen begrüßt – Töpfe, Pfannen, Flaschen. Die Bundesstraße 304 wurde daraufhin für den Verkehr gesperrt.

Der Polizei und den ebenfalls eingetroffenen Feuerwehren aus Steinhöring und Ebersberg gelang es, alle 27 Bewohner, darunter ein Kind, aus dem Gebäude zu retten. Einige hüpften dabei ins Sprungtuch. Während dieser Aktionen warf der Mann weiterhin Gegenstände aus dem Fenster und zielte dabei auf Einsatzkräfte und Mitbewohner, die teils leicht bekleidet vor dem Gebäude ausharrten. Bei einem der Würfe erwischte es wohl den Polizeichef.

Bilder: SEK-Einsatz in Flüchtlingsunterkunft

Die Situation beruhigte sich nicht. Oben war nach wie vor der mit Messer bewaffnete Asylbewerber, der sich zudem verbarrikadiert hatte. Unten standen Beamte, die mit ihm Kontakt aufnehmen wollten, was aber misslang. Aus diesem Grund wurde das SEK alarmiert. Deren Mitglieder sahen, wie der junge Mann aus dem Fenster kletterte und versuchte, sich an der Dachrinne entlangzuhangeln. Ihn verließen dabei die Kräfte, er stürzte auf ein Vordach der Unterkunft. Dort wurde er festgenommen. Auch er hatte Verletzungen erlitten, die in einer Klinik stationär behandelt werden mussten. Es wurde dort auch eine Blutentnahme veranlasst.

Gegen 3.30 Uhr schließlich war der Spuk beendet, die Sperrung der B 304 wurde aufgehoben und die Bewohner der Unterkunft durften ins Asylbewerberheim zurück.

Insgesamt gibt es 61 Asylbewerber in Steinhöring, sie wurden freundlich aufgenommen, Zwischenfälle gab es bislang nicht.

Michael Acker

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