Danach diskutierte er mit Polizei

Audi-Fahrer rast mit 188 km/h durch die Ortschaft

Dachau – Ein 27-jähriger Audi-Fahrer ist am Dienstagnachmittag in Palsweis-Moos geblitzt worden – mit 188 Stundenkilometern. Aus Sorge um seinen Führerschein drehte der Raser danach um und diskutierte mit der Polizei über den Sinn der Geschwindigkeitsmessung. 

Immer wieder haben sich in der Vergangenheit Anwohner beschwert, dass zwischen Neu-Esting und Palsweis zu schnell gefahren wird. Am vergangenen Dienstagnachmittag hat die Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck in Palsweis-Moos zum wiederholten Male eine Geschwindigkeitsmessung auf der Estinger Straße durchgeführt. „Wir hatten da draußen schon mehrere Messungen“, wie Richard Wacht, Verkehrsexperte der Dachauer Polizei, berichtet. Bislang habe es dort zehn Verwarnungen gegeben, überhaupt sei die Anzahl der Beanstandungen stark rückläufig. 

Bis Dienstag. Gegen 18.45 Uhr raste der 27-jährige Fahrer eines Audi A4 aus dem Landkreis Dachau durch die Estinger Straße und wurde an der Messstelle mit einer Geschwindigkeit von 188 km/h statt der erlaubten 50 km/h geblitzt, wie die VPI Fürstenfeldbruck mitteilte. Ein trauriger Rekord: Richard Wacht, seit zwei Jahrzehnten bei der Polizei Dachau, kann sich nicht erinnern, dass jemals ein Autofahrer mit einer derartigen Geschwindigkeit innerorts geblitzt worden ist. Aus Sorge um seinen Führerschein kam der Audi-Fahrer laut Polizei kurz danach zum Messfahrzeug zurück und stellte den Sinn der Geschwindigkeitsmessung in Frage. Bei der Feststellung seiner Personalien stellte sich heraus, dass der 27-Jährige nicht zum ersten Mal mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurde. Neben einem Bußgeld mit dem Höchstsatz von 1360 Euro und zwei Punkten erwartet den 27-jährigen Audi-Fahrer ein Fahrverbot von drei Monaten, schreibt die Polizei im Pressebericht. 

In den sozialen Medien gab es angesichts der Buße am Donnerstag einen Aufschrei: „So eine lächerliche Strafe!“ „Die Strafe ist ein Witz!“ „Führerschein einziehen!“ So lauteten einige Kommentare im Internet auf merkur.de und auf der Facebook-Seite der Dachauer Nachrichten. 

Das Problem: Bei der Geschwindigkeitsüberschreitung handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. „Und bei den Bußgeldsätzen, die bundeseinheitlich gelten, ist das der Höchstsatz, genau wie das Fahrverbot“, so Wacht. Solange niemand konkret gefährdet wurde, ist das Vergehen keine Straftat. Die Polizei prüft nun, ob eine MPU angeordnet werden kann. „Es ist eine Überprüpfung der Fahreigentschaften hinsichtlich der Zuverlässigkeit im Straßenverkehr angedacht“, so Wacht. „Wir müssen noch ein paar Erkundungen einholen.

no

Rubriklistenbild: © dpa

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