Aufgemuckt-aktionen zum Flughafen-Geburtstag 

Bunter Protest als Geburtstagsgeschenk

Mit einem Festprogramm feiert der Flughafen am 17. Mai das 25-jährige Bestehen des Airports im Moos – mit vielen Veranstaltungen für die Bürger. Doch auch Aufgemuckt wird eine Aktionswoche auf die Beine stellen.

Freising Die Eckpunkte des Gegenprogramms zum Geburtstag wurden am Mittwoch in der Aufgemuckt-Mitgliederversammlung im Freisinger Bräuhaus präsentiert. Der Mainzer Kardiologe und Verfasser einer Fluglärmstudie, Professor Thomas Münzel, wird etwa zu den neuesten Erkenntnissen über Gefäßschäden in Folge von Fluglärm referieren. Es wird ein „Sonderdrachenfest“ in Attaching geben. Und zum Flughafen-Festakt am 17. Mai in der Allerheiligen Hofkirche im Ostteil der Münchner Residenz werden die Gegner der dritten Startbahn mit einem großflächigen Transparent vor Ort sein.

Der Arbeitstitel der Aktionswoche lautet: Zwei Bahnen reichen. „Wir wollen ein positives Signal aussenden“, sagte Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier. Es ist ein farbiges Programm mit vielen guten Ideen. Vom ursprünglich angedachten Motto „25 Jahre Lärm und Dreck“ distanzierten sich die Mitglieder schnell. Denn anstatt mit „Trauerflor“ und „Gasflaschen“ durch die Abfertigungshallen des Airports zu ziehen, wie dies ursprünglich angedacht war, wolle man lieber „starke“ Signale aussenden: „Wir brauchen keine dritte Startbahn. Es gibt keine Notwendigkeit, es gibt keinen Bedarf“, so Stieglmeier.

Deshalb werde auch das Banner, mit dem sich die Aufgemuckt-Mitglieder am 17. Mai vor der Residenz postieren werden, genau diese prägnante Aufschrift tragen: „Zwei Bahnen reichen“. Aufgemuckt-Mitglied Rainer Pilz hatte auf dem Marstallplatz eine Ein-Mann-Aktion angeregt. Er selbst hätte sich ein Plakat umgehängt mit der Aufschrift: „Ihr seid uns keine Demo wert.“

Christian Magerl gab zu bedenken, dass das Medieninteresse an der Residenz groß sei. „Wir sollten dort mit möglichst vielen Teilnehmern präsent sein, um die Presse mit O-Tönen zu versorgen“.

Als Reaktion auf die von der FMG organisierten Familientage auf dem Campus des Flughafens werde man „ohne Lärm und Schadstoffe“ in die Luft gehen. Einstimmig befürworteten die anwesenden Mitglieder deswegen ein „Sonderdrachenfest“ auf dem Attachinger Sportplatz. „Das ist unsere Botschaft“, sagte Magerl, der die Idee in die Diskussion eingebracht hatte. „Der Luftraum gehört uns.“

Weitere Vorschläge zur Gestaltung des Fests gab es genug. Einen Drachen in Form eines großen Herzens wolle er bauen, um den Dank über den positiven Ausgang des Münchner Bürgerentscheids gen Landeshauptstadt zu senden, kündigte ein Attachinger an. Ein grinsender Mund solle darauf erscheinen und selbstverständlich auch das Logo „Keine 3. Startbahn“.

„Wir schaffen uns ein eigenes Niveau“, so der Tenor unter den Anwesenden. „Wenn die einen A sagen, müssen wir nicht B sagen“, betonte Stieglmeier hinsichtlich der FMG-Aktionen.

Den Abschluss der Aktionstage, die mit dem Drachenfest am 13. Mai beginnen werden, bilden ein Vortrag Magerls und eine Exkursion des Bund Naturschutz an Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 25. Mai.

Was den Mitgliedern noch am Herzen lag: Man solle doch die Plakate der Bürgerinitiativen an den Einfahrtsstraßen der betroffenen Gemeinden wieder „auffrischen“. Diese seien in die Jahre gekommen und teils nicht mehr sehr ansehnlich.

Maria Martin

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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