Europa diskutiert in Freising

Flughafen-Anwohner fordern Nachtflugverbot

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Die Teilnehmer der internationalen Konferenz wollen ein Nachtflugverbot durchsetzen

München - Aus regionalem Widerstand soll internationaler Protest werden. So will es die 1. Internationale Flughafen-Anwohner-Konferenz. Es soll ein Manifest verabschiedet werden. Kernpunkt: ein internationales Nachtflugverbot.

Die Anwohner von Flughäfen wollen sich international vernetzen. „Wir lassen uns von den Flughafenbetreibern nicht mehr gegeneinander ausspielen“, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses „AufgeMUCkt“, Helga Stieglmeier, am Mittwoch in München. Der Dachverband von über 80 Bürgerinitiativen gegen den Bau der dritten Startbahn am Münchner Flughafen veranstaltet an diesem Wochenende die 1. Internationale Flughafen-Anwohner-Konferenz. Dabei soll zusammen mit der Protestbewegung „planet stupid“ ein Manifest verabschiedet werden.

Hauptforderung in dem Papier ist ein europaweites Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr. Außerdem verlangen die Verfasser nicht nur das Festhalten an der Ticketsteuer, die Airlines für Starts von deutschen Flughäfen zahlen müssen, sondern die Ausweitung der Abgabe auf ganz Europa. An dem Treffen in Freising nehmen nach Veranstalterangaben auch Flughafenanrainer aus Frankreich, Großbritannien, Österreich, Belgien und der Schweiz teil. Erwartet werden bis zu 200 Teilnehmer.

Europa braucht nach Überzeugung von Stieglmeier eine gesellschaftliche Diskussion über den Luftverkehr. „Ungeplant und unkoordiniert werden europaweit Flughäfen auf Kosten der Bevölkerung ausgebaut.“ Überall rege sich regionaler Widerstand. Die Diskussion müsse daher auf die europäische Ebene gehoben werden. Weitere Forderungen in dem Manifest sind ein Ausbaustopp bestehender Flughäfen, der Abbau der Subventionen im Luftverkehr und die Verlagerung der Kurzstreckenflüge auf die Schiene.

Die Konferenz findet in der Sporthalle des Freisinger Stadtteils Attaching statt, die im Fall des Startbahnbaus abgesiedelt werden müsste. „Das ist ein authentischer Ort für unser Anliegen“, erklärte Florian Sperk von „planet stupid“. Franz Spitzenberger aus Attaching, einer der Kläger gegen das Milliardenprojekt, ergänzte: „Die dritte Startbahn wäre der Tod unserer Ortschaft. Unsere Kinder könnten nicht mehr im Freien spielen“.

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Am Ende des Treffens ist ein Kampagnentraining für Flughafenanrainer geplant. Vor allem ältere Menschen interessierten sich zunehmend für Formen des zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden oder Anketten, erläuterte Sperk. „Da entsteht eine neue Bürgermacht.“ Sowohl Sperk als auch die Vertreter von „AufgeMUCkt“ betonten die „absolute Gewaltfreiheit des Widerstandes. „planet stupid“ versteht sich als Organisation, die mit gewaltfreiem zivilen Ungehorsam Aufmerksamkeit für ihre Anliegen erzeugen will.

dpa

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