Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Szenen wie im Film

Ausgebrochene Stierherde: Sogar die Bergwacht sucht nach den Bullen

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Einige Tiere lagen im Rapsfeld.

Die dramatische Stierjagd im Ebersberger Forst und im Gemeindebereich Pastetten ist am Mittwoch und Donnerstag weitergegangen – mit zum Teil ungewöhnlichen Methoden. Am Nachmittag wurde auch letzte Stier eingefangen.

Pastetten – Wie berichtet, waren am Montagabend 17 Stiere eines Reithofener Bauern durch ein offenes Gatter entwischt. Sie verteilten sich zunächst entlang der Staatsstraße 2332 Harthofen–Buch. Später trollten sich einige in den Ebersberger Forst, andere machten die Autobahn A 94 unsicher. Sie musste vorübergehend gesperrt werden. Ein Bulle wurde dort erschossen, ein zweiter konnte in ein Fahrsolo getrieben werden, wo ihn der – tödliche - Schlag traf.

Am Mittwochnachmittag teilte Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass elf Tiere eingefangen worden seien. Die Erdinger Kreisverwaltung hatte die Zuständigkeit über die Hatz übernommen. Einige Stiere konnten narkotisiert und dann in ihren Stall zurückgebracht werden. Dabei spielten sich filmreife Szenen ab: So wurde nach den Worten Fiebrandt-Kirmeyers die Bergwacht (!) Miesbach mit einer Drohne angefordert.

Bergwacht entdeckt Stiere in Rapsfeld

Sie entdeckte einige Tiere in einem Rapsfeld. Von einem Hubwagen an einem Bulldog aus näherten sich Jäger – und betäubten das Tier. Bilder des Bayerischen Fernsehens zeigen ein mehrere hundert Kilogramm schweres Tier, wie es erst am Boden liegt, sich dann aber noch einmal aufrafft. Vier Männern gelang es schließlich, den Bullen einzufangen und in einen Transporter zu verfrachten. Ein zweiter wurde ebenfalls wie mit dem Lasso von einem Geländewagen aus eingefangen.

Zahlreiche Reiter flankierten die Treibjagd. Zeitweise galoppierten mehrere Pferde direkt neben den Stieren. Auch mit Autos wurde versucht, die Bullen einzukesseln. Zu sehen waren auch Polizeibeamten mit Langwaffen im Anschlag. Laut Kirmeyer mussten aber keine weiteren tödlichen Schüsse abgefeuert werden.

Am Donnerstagvormittag gelang es nach Feuerwehrangaben, drei weitere Tiere einzufangen und zurückzubringen. Am Nachmittag ging das letzte ins Netz. Alle Warnungen konnten daraufhin aufgehoben werden. Landratsamtssprecherin Fiebrandt-Kirmeyer hatte angesichts des Feiertags zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

17 Jungstiere ausgebüchst – Jagd wie im Wilden Westen

Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger sagte dem BR, den betroffenen Landwirt nehme die Lage sehr mit. Er sei jedoch versichert. Vogelfänger geht davon aus, dass der Halter nicht für die Einsatzkosten aufkommen muss. Angesichts des über 60-stündigen Einsatzes könnten mehrere tausend Euro zusammenkommen.

Denn zeitweise waren ein knappes Dutzend Feuerwehren, zahlreiche Streifen der Polizei, der Rettungsdienst, die Bergwacht und sogar ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Zwei Feuerwehrleute zogen sich leichte Verletzungen zu.

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