Auto-Bande foppt die Justiz

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Kristijan K. (40, l.) und Goran M. (35) schweigen.

München - Ferrari, Maserati, Bentley, Porsche, die Oberklasse-Modelle von BMW und Mercedes — vor Kristian K., Goran M. und noch unbekannten Komplizen war so gut wie kein Nobel-Hobel sicher.

Die serbischen Ganoven knackten laut Anklage serienweise Tresore in Autohäusern, nahmen die Autoschlüssel und fuhren mit der Beute davon.

Abgesehen von einigen misslungenen Einbruchsversuchen hatten die Täter mindestens 20 Mal Erfolg. In München, Starnberg, Augsburg, Anzing, Baierbrunn, Gauting, Kirchseeon, Rosenheim und Wolfratshausen stahlen sie Autos im Wert von rund 1,7 Millionen Euro. Staatsanwalt Geismar: „Die Vorgehensweise war stets sehr professionell und erfordert die Mitwirkung von deutlich mehr als drei Personen.“

Manchmal geht auch Profi-Ganoven etwas schief. Einen Ferrari Scaglietti im Wert von 210 000 Euro und einen Maserati für über 140 000 Euro mussten sie in einem Wald bei Zorneding zurücklassen. Die Polizei observierte die Autos, doch die Täter trauten sich nicht mehr heran.

Doch an der österreichisch-ungarischen Grenze ging der Polizei ein Fahrer mit einem geklauten BMW M3 ins Netz. Aufgrund dessen Handy-Verbindungen konnten die beiden jetzt angeklagten Serben ermittelt werden. Diese befanden sich stets zur fraglichen Zeit in einer „Funkzelle“ am Tatort. Reicht das für eine Verurteilung? Die Anwältinnen Katharina Rauscher und ­Ingrid Babic beantragten ein Ver­wertungsverbot für die ermittelten Handy-Daten und berufen sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März. Die Hüter des Grundgesetzes erklärten darin die Daten-Speicherung (wer mit wem wie lange und von wo aus kommuniziert hat) für verfassungswidrig. Dieses Urteil muss bei Kriminellen Begeisterung ausgelöst haben.

Vorsitzender Richter Anton Winkler ließ jedoch durchblicken, dass das Karlsruher Urteil nicht für diesen Fall anzuwenden ist..

E. Unfried

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