Zwei Buben schwer verletzt

81-Jähriger fährt in Kindergruppe

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Mitten in Fürstenfeldbruck hat ein Autofahrer am Mittwochnachmittag eine Gruppe Schulkinder gerammt.

Fürstenfeldbruck - Schwerer Unfall mitten in Fürstenfeldbruck: Ein Autofahrer hat am Mittwochnachmittag eine Hortgruppe übersehen, die die Straße überqueren wollte, und zwei Kinder schwerst verletzt.

Die Hortgruppe von der Schule Nord in Fürstenfeldbruck ist am Mittwochnachmittag auf dem Weg zum Schwimmen. Gegen 14.50 Uhr wollen die 31 Kinder die Schöngeisinger Straße überqueren. Die beiden Erzieherinnen der Gruppe stellen sich auf Höhe der Puchermühlstraße auf die Fahrbahn, um den Verkehr anzuhalten. Warum die Gruppe nicht über den Zebrastreifen in der Nähe geht, bleibt zunächst ein Rätsel. Trotzdem: Die Autos bremsen und bleiben stehen. Die ersten Kinder laufen los.

Da passiert das Unfassbare: Ein 81-jähriger Geltendorfer will nach einem Bericht des Fürstenfeldbrucker Tagblatts offenbar nicht warten. Mit seinem roten Toyota schert er aus und überholt die stehenden Pkw. Die fröhlichen Kinder sieht er zu spät. Er erfasst zwei Buben – sechs und acht Jahre alt. Sie werden auf die Straße geschleudert. Der Geltendorfer versucht auszuweichen, gerät in den Gegenverkehr und stößt noch frontal mit dem weißen Landrover eines Bruckers (52) zusammen. Beide Fahrer werden dabei verletzt.

Den Aufprall hören auch die Mitarbeiter eines Friseursalons. „Es hat laut gekracht, da bin ich rausgelaufen“, erzählt Friseurin Eva Ernst geschockt. Sie habe ein Kind auf der Seite liegen gesehen, das andere am Straßenrand. „Sie haben geschrien“, sagt die 53-Jährige. „Dann habe ich 112 gewählt.“ Die Kinder sind geschockt, sie laufen schreiend weg. Auch die Erzieherinnen sind überfordert. „Die Kinder haben geweint“, erzählt Kosmetikerin Güzin Beck. „Ich kann das nicht vergessen.“ Nach Arbeit ist den Frauen an diesem Tag nicht mehr zu im Sinn. Ihre Gedanken sind bei den Kindern.

Bilder vom Unfallort

Bilder: Auto rast in Hortgruppe

Die beiden Buben sind schwerst verletzt. Sie werden mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Mitarbeiter des Kriseninterventionsteam überbringen den Eltern die schreckliche Nachricht und betreuen sie psychologisch. Die übrigen Kinder stehen unter Schock. Feuerwehrleute sowie weitere Mitarbeiter vom Kriseninterventionsteam bringen die Sechs- bis Zehnjährigen weg vom Straßenrand. In einem Wäldchen werden sie betreut. Die Erzieherinnen sitzen am Unfallort im Schatten und weinen. Mitarbeiter der Stadt, von Rotem Kreuz und der Feuerwehr trösten sie und reichen Wasser zu trinken.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, versuchen Gutachter und Polizei jetzt zu klären.

tz

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