Anschlag in der Türkei

Autobombe erwischt zwei Poinger

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Trauer in Gaziantep: Bei der Explosion starben mehrere Menschen

Poing – Spannungen im syrisch-türkischen Grenzgebiet haben, zumindest indirekt, nun auch Opfer aus dem Landkreis gefordert. Im Urlaub ist eine türkische Familie aus Poing in der Grenzstadt Gaziantep in einen Anschlag geraten. Mehmet E. und sein Sohn wurden leicht verletzt.

Schlechte Nachrichten verbreiten sich, so scheint es, auch bei unseren türkischen Mitbürgern besonders schnell. Am vergangenen Montag kam es in der türkischen Stadt Gaziantep, nahe der Grenze zu Syrien, zu einem Anschlag mittels einer Autobombe. Dabei starben nach Presseangaben neun Menschen, davon vier Kinder. Mittendrin befand sich auch Mehmet E. aus Poing mit seiner Frau, zwei Söhnen und einer Tochter. Mehmet E. und einer seiner Söhne (11) wurden dabei leicht verletzt, ihr Wagen – ein 5er BMW, jedoch bei dem Attentat erheblich beschädigt.

Die Nachricht von dem terroristischen Vorfall in der Heimat wurde in türkischen Kreisen im Landkreisnorden zunächst über das türkische Fernsehen verbreitet. Über einen Kollegen bekam auch Basri D. aus Markt Schwaben Wind von dem Vorfall. Am Tag darauf bestätigte sich schließlich, dass unter den Betroffenen auch Türken aus dem Landkreis Ebersberg waren, konkret aus der Gemeinde Poing.

Basri D. kennt Mehmet E., der bei Stahlgruber in Poing arbeitet, vom Fußball und von vielen Kontakten, die die türkischen Mitbürger in den beiden Nordgemeinden unter anderem auch in den Moschee-Räumen am Markt Schwabener Bahnhof miteinander pflegen. Basri D. berichtete der Heimatzeitung gestern, dass Familie E. aus der Grenzstadt stammt und dort nicht nur Urlaub machte, sondern bei der Gelegenheit auch Verwandte besuchte.

Unter den türkischen Mitbürger habe die Nachricht Entsetzen ausgelöst, so D. gegenüber der Ebersberger Zeitung. D. sprach von einem „unmenschlichen Vorgang“, zumal gerade eben erst der Ramadan beendet wurde. Eine Zeit, in der unter den gläubigen Moslems eigentlich eine besondere Friedfertigkeit herrsche.

Insgesamt wurden bei dem Anschlag über 70 Menschen verletzt, viele davon schwer. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass die Polizei bereits am Mittwoch vier Verdächtige festgenommen habe.

Jörg Domke

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