Junge Mutter (22) tot aufgefunden - Verdacht auf Gewaltverbrechen

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Drama am Donnerstag

Neunjähriger Bub in Aying von Baum erschlagen – auch die Kanzlerin reagiert

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Tragisches Unglück in Aying: Wegen der Schneelast war ein Baum auf ein Kind gestürzt. Der Neunjährige starb. 

Wegen des starken Schneefalls ist am Donnerstag ein neunjähriger Bub in Aying von einem umgestürzten Baum erschlagen worden. Angela Merkel reagiert auf den tragischen Unfall.

Sogar Bundeskanzlerin Merkel spricht Angehörigen Beileid aus

Update 11. Januar 2019, 12.39 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Tod eines neunjährigen Jungen im winterlich verschneiten Bayern ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Merkel spreche den Angehörigen ihr Beileid aus, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. 

„Die Kanzlerin wie auch die gesamte Bundesregierung dankt allen Helferinnen und Helfern in den von den heftigen Schneefällen betroffenen Gebieten für ihren Einsatz“, sagte Demmer. Sie sicherte zu, dass die Zahl der Einsatzkräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW) oder Bundespolizei notfalls aufgestockt werden könne.

Neunjähriger Bub wird in Aying von einem Baum erschlagen – Nachbar findet ihn

Aying – Aying steht unter Schock. Im Weiler Trautshofen ist am Donnerstagnachmittag ein neunjähriger Bub unter einem Baum begraben worden. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Polizei geht davon aus, dass der Baum unter der Schneelast zusammengebrochen ist.

Der Neunjährige muss allein draußen gespielt haben. Kurz nach 14 Uhr ist ein Baum vom Nachbargrundstück unter der Schneelast auf die Straße gestürzt – und hat den Buben unter sich begraben. Ohne dass jemand den Unfall bemerkt hätte. Eltern und Nachbarn wunderten sich, wo der Kleine blieb, und machten sich auf die Suche. Als der Nachbar den umgekippten Baum herausschneiden wollte, entdeckte er den Buben – etwa 40 Minuten nach dem Unfall. Laut Feuerwehr haben Mutter und Nachbarn das Kind unter dem Baum hervorgezogen. Der herbeigeeilte Rettungsdienst versuchte, das Kind zu reanimieren. Ein per Rettungshubschrauber eingeflogener Notarzt intensivierte die Wiederbelebungsmaßnahmen noch. Die Rettungskräfte kämpften eine Stunde lang um das Leben des Buben. Erfolglos.

(Lesen Sie auch den Wetter-Ticker für Bayern: Nächster Landkreis im Oberland ruft Katastrophenfall aus - Rotes Kreuz betreut Autofahrer)

Das Kriseninterventionsteam München betreute seine Familie – Tanten und Onkel wohnen im selben Weiler – alle sind Unfallzeugen. Die Mutter erlitt einen Schock und musste von den Rettungskräften versorgt werden. Auch die Feuerwehrleute und Rettungskräfte, die das Unglück schwer getroffen hatte, wurden betreut.

Eltern des toten Buben in Aying sind selbst bei der Feuerwehr 

Ayings Bürgermeister Johann Eichler ist sofort zum Unglücksort gefahren. Um den Angehörigen beizustehen in dieser entsetzlichen Stunde. Insgesamt waren 40 Retter im Einsatz. Die Polizei hat die Unfallstelle abgesperrt. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen zum Unfallhergang auf. Gegen 17 Uhr haben sich alle in der Stube der Familie versammelt: die Eltern und Großeltern, Tanten, Onkel, die ganze Familie. Johann Eichler war dabei, Helfendorfs Feuerwehrkommandant Hans-Peter Huber und sein Stellvertreter Ralf Boschert ebenfalls. Die Eltern des Buben sind selbst bei der Feuerwehr. Mit Pfarrer Friedrich Oberkofler aus Oberpframmern haben sie ein Gebet gesprochen.

Auch in vielen anderen oberbayerischen Landkreisen wird die Situation wegen des starken Schneefalls immer gefährlicher. Nach Miesbach haben gestern auch die Kreise Traunstein und Berchtesgadener Land den Katastrophenfall festgestellt. Die jeweiligen Landratsämter übernehmen die Koordination der Einsatzkräfte.

Mit dem Katastrophenfall stehen den Kreisen auch Mittel des Freistaats zu. Innenminister Joachim Herrmann äußerte sich öffentlich nicht dazu – in kleiner Runde soll er Anfang der Woche aber sein Unverständnis geäußert haben, als Miesbach den Katastrophenfall festgestellt hatte. Inzwischen hat sich die Lage deutlich verschärft. Einige Regionen sind nun auch auf die Hilfe der Bundeswehr angewiesen. Rund 30 Soldaten sind in Südbayern im Einsatz. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, der Streitkräfte und des Sanitätsdienstes sind in erhöhter Bereitschaft. In den Kreisen Miesbach und Berchtesgadener Land brachten die Soldaten mit gepanzerten Kettenfahrzeugen Menschen aus zugeschneiten Orten und räumten Schneemassen von den Dächern.

Im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe sitzen rund 350 Menschen fest, weil die einzige Zufahrtsstraße wegen der Schneemassen gesperrt ist. Nur Militärfahrzeuge der Bundeswehr können die Strecke befahren. Die abgeschnittenen Bewohner und Mitarbeiter eines Asthma-Zentrums werden von den Soldaten transportiert und versorgt. Außerdem sollen die Soldaten die Dächer freischaufeln. „Dort liegen aktuell bis zu zwei Meter Schnee“, sagt der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp. Auch die Gemeindegebäude müssen vom Schnee befreit werden – unter anderem die Eishalle. Deren Dach hält laut Rasp 160 Kilo pro Quadratmeter aus. Aktuell muss es 150 Kilo tragen. Die Situation sei wirklich außergewöhnlich, betont Rasp. Es wird seine Kommune rund 25 000 Euro kosten, der Schneemassen Herr zu werden – und zwar pro Tag. 29 Räumfahrzeuge und 40 Mitarbeiter des Winterdienstes sind im Einsatz. Der Schnee wird mit Lastwagen weggekarrt und mit Schneefräsen in hohem Bogen weggeschleudert.

Bergwacht räumt Straßen für Krankenwagen

Zahlreiche Straßen in Oberbayern blieben am Donnerstag wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die Zufahrtsstraßen zur Jachenau im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind zwar immer noch nicht frei, doch die Situation dort sei entspannt, berichten die Helfer vor Ort. Alles sei vorbildlich zur rechten Zeit organisiert worden. „Die Stimmung ist sehr gut, ja sogar richtig familiär“, sagt Nico Bücherl, der für das BRK vor Ort ist.

In vielen Regionen brauchen die Krankentransporte und Rettungswagen des Roten Kreuzes wegen des Schnees länger auf dem Weg zu Patienten und Kliniken. Die medizinische Versorgung sei aber nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. „Vereinzelt müssen Spezialfahrzeuge der Bergwacht vorausfahren und den Weg frei machen.“ Die Caritas konnte gestern im Kreis Miesbach ihre ambulanten Pflegedienste nicht mehr aufrechterhalten. Es wurden nur noch die Patienten versorgt, die dringend Hilfe benötigen.

(Lesen Sie auch: Münchner Pendler im Ausnahmezustand: Apotheker fährt gar nicht mehr heim, andere hängen im Wald fest)

In vielen Orten in Oberbayern fällt heute die Schule aus

In vielen Landkreisen Oberbayerns fällt die Schule an diesem Freitag (11. Januar) aus Sicherheitsgründen aus. Nach den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen haben gestern auch das Berchtesgadener Land, die Stadt Rosenheim, die Kreise Traunstein, Ebersberg, Erding, Weilheim-Schongau und Fürstenfeldbruck für heute schneefrei gemeldet. Das Landratsamt München gab gestern Vormittag bekannt, dass die Schulen im Kreis auf Bitten der Gemeinde Aying am Freitag ebenfalls geschlossen bleiben, um sicherzustellen, dass keinem Kind etwas passiert. Das war wenige Stunden vor dem tragischen Unglück. 

gü/lby/kwo/müh

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