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„Von über 1000 Absolventen die Beste“: Oberbayerin glänzt in einer Männerdomäne

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Von: Melina Staar

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Hat alles im Griff: Shannon Pummer hat ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin bei Hawe in Sachsenkam sehr erfolgreich abgeschlossen.
Hat alles im Griff: Shannon Pummer hat ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin bei Hawe in Sachsenkam sehr erfolgreich abgeschlossen. © Arndt Pröhl

Shannon Pummer ist Oberbayerns beste Industriemechaniker-Absolventin. Die junge Frau arbeitet in einer Männerdomäne und hat dem Tölzer Kurier einen Einblick in ihre Tätigkeit bei Hawe in Sachsenkam gegeben.

Sachsenkam/Lenggries – Sie ist Oberbayerns beste Industriemechaniker-Absolventin: Shannon Pummer, 22, aus Lenggries. Kürzlich zeichnete die Industrie- und Handelskammer (IHK) sie in einer Feierstunde aus (wir berichteten). Ihre erfolgreiche Ausbildung hat Shannon Pummer bei der Firma Hawe in Sachsenkam absolviert. Jetzt startet die junge Frau weiter durch.

Mathe und Physik waren ihre Lieblingsfächer

Dass sie einmal einen technischen Beruf ergreifen möchte, war Shannon Pummer schon früh klar. „Ich habe mich schon immer dafür interessiert. Mathe und Physik waren meine Lieblingsfächer“, sagt sie lachend. Schon als Kind habe sie mit ihrem Vater getüftelt und gebastelt. Trotzdem war ihr nach dem Abitur am Gymnasium Hohenburg nicht sofort klar, in welche Richtung es gehen sollte – Studium oder Ausbildung? Über eine Stellenanzeige stieß sie auf Hawe. „Ich hab’ mir gedacht, das hört sich gut an. Und habe schnell gemerkt, dass es Spaß macht und genau das Richtige für mich ist.“

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„Ein total weit gefächerter Beruf“

Was genau macht eine Industriemechanikerin? „Es ist ein total weit gefächerter Beruf“, schwärmt Shannon Pummer. Anfangs würden die Lehrlinge mit Sägen und Feilen an den Werkstoff Metall herangeführt. Schließlich gehe es an die Maschinen zum Bohren, Drehen und Fräsen. „Man lernt alle Grundlagen, um Metall zu formen, zu verarbeiten und zu biegen“ – wie man aus einem Metallklotz etwas herstellt. „Das ist sehr spannend.“ Im weiteren Verlauf der Ausbildung habe sie gelernt, wie man mit computergestützten Maschinen umgeht sowie die verschiedensten Arten von Steuerungen. „Es ist jeden Tag etwas anderes und macht viel Spaß.“

Dass sie ihre Ausbildung so gut abschließt, habe sie zwar gehofft, aber nicht unbedingt damit gerechnet. Auch wenn sie zugibt: „In der Schule habe ich mir leicht getan, weil ich viel Theorie schon von der Arbeit her kannte.“

In der Ausbildung wurde sie nie wie eine Exotin behandelt

Viele Frauen, die diesen Beruf ergreifen, gibt es nicht. „Es ist schon eher eine männerlastige Branche“, sagt Shannon Pummer. In ihrer Klasse gab es neben ihr nur noch eine weitere Frau. „Vorher war ich auf einer Mädchenschule, jetzt hab’ ich fast nur mit Jungs zu tun. Das macht Spaß“, sagt sie lachend. Sie habe den Eindruck, dass die Mädchen, die den Beruf wählen, zu 100 Prozent dahinterstehen. Sie sei sehr froh, dass sie während ihrer Ausbildung nie wie eine Exotin behandelt worden sei. Übrigens: Auch in diesem Lehrjahr hat wieder ein Mädchen begonnen, ein weiteres hat sich für das kommende Jahr beworben.

Pummer absolviert Trainee-Programm in der Zentrale

Für Shannon Pummer ist im September die Reise nun weitergegangen. Sie startete ein Trainee-Programm in der Hawe-Zentrale in Aschheim bei München. Dort durchläuft sie nun die verschiedenen Abteilungen und lernt alle Teams kennen. „Es ist sehr interessant“, ist sie von ihrem neuen Arbeitsplatz angetan.

Firma, Arbeit und Leute gefallen ihr bei Hawe

Dass Shannon Pummers Weg nicht üblich sei, betont Hawe-Ausbildungsleiter Albert Gast: „Normalerweise kommt man erst in die Zentrale, wenn man sich im Werk bewährt hat.“ Dies sei ein Prozess von mehreren Jahren, in denen man sich für die höhere Aufgabe bewähren könne. „Shannon hat das übersprungen, verdientermaßen.“ Dies hänge aber nicht nur mit ihrer ausgezeichneten Abschlussnote (1,0) zusammen. „Viel wichtiger ist die Arbeitsleistung“, sagt Gast. Außerdem die persönliche Reife, ergänze Werksleiter Knut Krekemeyer. „In Shannons jetziger Position muss man sich auch mal vor langjährigen Mitarbeitern durchsetzen. Das muss man können.“ Dass seine Absolventin das kann, davon ist er überzeugt. Sie gleich für die Zentrale zu empfehlen sei auch ein Schritt gewesen, die vielversprechende junge Mitarbeiterin an die Firma zu binden. „Das ist für Hawe sehr viel wert.“ Es sei ihr nicht schwer gefallen zu bleiben, sagt Shannon Pummer. „Die Firma, die Arbeit, die Leute, es gefällt mir hier.“

Nach den 18 Monaten im Trainee-Programm stehen ihr zahlreiche Optionen offen. Wie es für sie weitergeht, weiß sie aber noch nicht.

Pummer war die beste von über 1000 Absolventen

Auf die auszeichnete Leistung ihrer Auszubildenden sind Gast und Krekemeyer sehr stolz. „Von über 1000 Absolventen die Beste zu sein, ist schon eine Leistung“, betont Gast. Gerade weil in der Region sehr viele namhafte Firmen ansässig seien, die ebenfalls ausbilden, sei nicht unbedingt damit zu rechnen gewesen. „Daher freuen wir uns sehr.“

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