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Silvesterrakete trifft Schwan: Gruppe rettet Tier von Straße – Autofahrer empört

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Von: Felicitas Bogner

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Rettungsaktion: Maria Kastenmüller brachte das Tier von der Brücke zur Isar.
Rettungsaktion: Maria Kastenmüller brachte das Tier von der Brücke zur Isar. © privat

Im Flug über die Isarbrücke wurde ein Schwan von einer Silvesterrakete getroffen. Das Tier stürzte auf die B427 ab. Eine Gruppe Feiernder griff beherzt ein.

Bad Tölz – Kontrovers und oft emotional wurde vor Silvester über Feuerwerkskörper und deren Auswirkungen für Tiere diskutiert. Dass die Debatte ihren Grund hat, beweist ein Vorfall in der Silvesternacht in Bad Tölz. Am Sonntag gegen 0.20 Uhr wurde ein Schwan, der über die Isarbrücke an der B472 fliegen wollte, von einer Feuerwerksrakete getroffen – der Vogel hatte Glück im Unglück.

Bad Tölz: Schwan wird in Silvesternacht von Feuerwerksrakete getroffen und stürzt auf Bundesstraße

„Ich war mit meiner Familie und Freunden auf der Isarbrücke, um das Feuerwerk anzusehen. Etwa 20 Minuten nach Mitternacht, hat ein Freund beobachtet, wie ein Vogel abstürzt und auf die Straße fällt“, berichtet Maria Kastenmüller unserer Zeitung. Die Gruppe habe sich auf den Weg zu dem Tier gemacht. „Da stellte sich schnell heraus, dass es ein etwas größerer Vogel war. Der Schwan ist auf den Mittelstreifen gefallen und ist irritiert hin und her gelaufen“, beschreibt die Tölzerin das Szenario. Daraufhin habe sie versucht, den Verkehr anzuhalten, damit dem Schwan zwischen den Autos, die links und rechts an ihm vorbeibrausten, nicht noch mehr passiert.

Rettungsaktion: Maria Kastenmüller brachte das Tier von der Brücke zur Isar.
Maria Kastenmüller setzte mit Freunden den Schwan am Isarufer aus. © privat

Autofahrer ärgert sich über Rettungsaktion: „Schleicht‘s Euch weg von dem Viech“

„Dann habe ich den Schwan am Körper und am Hals genommen, um ihm von der Straße wegzutragen“, erklärt die 28-Jährige. „Er war total verängstigt und hat gefaucht.“ Den Mut dazu hatte sie unter anderem deshalb, weil sie beruflich als Heilpraktikerin für Tiere tätig ist. „Daher weiß ich, wie man mit einem verängstigen Tier umgeht.“ Kastenmüller und ihre Freunde haben den Schwan die Treppen runter zur Isar getragen und ihn am Ufer ins Wasser ausgesetzt. „Ich glaube nicht, dass er körperliche Verletzungen hatte. Zumindest konnte er problemlos mit den Flügeln schlagen, laufen und schwimmen“, meint die Tierheilpraktikerin. „Als ich ihn ins Wasser gesetzt habe, ist er auch sofort weggeschwommen.“

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Autofahrer ärgert sich über Rettungsaktion: „Schleicht‘s Euch weg von dem Viech“

Verärgert hat Kastenmüller, dass einige Autofahrer kein Verständnis für ihr beherztes Eingreifen gezeigt hätten. „Ein Mann im Auto hat ,Schleicht’s euch weg von dem Viech‘ gebrüllt und uns sogar wüst beschimpft, weil wir die Straße eigenmächtig gesperrt haben“, sagt sie und ergänzt: „Ja, wir hätten nicht einfach auf die Straße dürfen. Aber der Schwan wäre dort alleine nicht weggekommen.“ Und überhaupt: „Es war eh schon ein Wunder, dass er zwischen die Fahrspuren gefallen ist und nicht direkt vor einem fahrenden Auto gelandet ist.“

Retterin nach Vorfall nun Feuerwerksgegnerin „Das steht in keiner Relation“

Auch wenn der Schwan in dieser Silvesternacht noch glimpflich davon gekommen ist – Maria Kastenmüller ist nun eine strikte Gegnerin von Feuerwerk. „Ich habe zwar selber keins abgeschossen, aber ja, auch ich war draußen auf der Brücke, um es mir anzusehen. Schön ist es ja.“ In Zukunft werde sie darauf aber verzichten. „Wenn man so nah miterlebt, was mit Tieren dadurch passieren kann, welche Angst der Schwan gespürt haben muss und was in ihm vorgegangen sein wird... Das steht einfach in keiner Relation“, ist die Tölzerin überzeugt.

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