Ärger in Bad Wiessee

Gasthof für Wanderer geschlossen - aber Edel-Gäste fahren mit Luxus-Vans hinauf

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Der Bauer in der Au ist für die Allgemeinheit geschlossen. 

Für Ausflügler ist der Bauer in der Au seit Oktober 2013 geschlossen. Dafür tafeln im renovierten Gasthof jetzt illustre Gäste. Sie werden mit dicken Autos nach oben gebracht. Das sorgt für Ärger.

Bad WiesseeAuf dem Weg zum Bauern in der Au werden Wanderer öfter mal von noblen Vans überholt. Sie bringen Gäste nach oben, die im frisch renovierten Gasthof von Großgrundbesitzer Franz Haslberger tafeln. Fritz Niedermaier (Wiesseer Block) machte dies im Wiesseer Gemeinderat zum Thema. „Es geht doch nicht, dass da dicke Mercedes rauffahren, und für unsere Bürger ist da seit Jahren nichts“, prangerte Niedermaier an. 

Wie berichtet, war der Bauer in der Au bis zum Oktober 2013 ein überaus beliebtes Ausflugslokal. Eigentümer Haslberger ließ das Haus aufwendig sanieren, hat es aber nicht wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Ende 2017 richtete Caterer Martin Frühauf dort erstmals einen Hüttenzauber mit Lukullus-Menü aus. Seitdem finden im Bauern in der Au immer wieder Events statt. Für Wanderer bleibt der Gasthof geschlossen. „Dabei würden wir ihn so brauchen“, meinte Niedermaier, der das Desaster nicht einfach so hinnehmen will. Er frage sich, ob Haslberger überhaupt ein Fahrtrecht für seine Gäste habe. Die Straße sei doch für den Verkehr gesperrt.

Laut Geschäftsleiter Hilmar Danzinger hat die Gemeinde keine Handhabe, um die Fahrten zu unterbinden. Es handle sich erst um eine öffentliche Straße und dann um Privatgrund von Haslberger. Bauamtsleiter Helmut Köckeis hingegen beurteilt die Rechtslage anders. Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge sowie der Eigentümer dürften den Fahrweg nutzen. Für Gäste gelte das nicht, so Köckeis. Bürgermeister Peter Höß kündigte an, den Sachverhalt prüfen zu lassen. Für Ingrid Versen (CSU) ist klar: „Da pfeifen die Autos an den Wanderern vorbei, und er lacht sich eins.“ 

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