Gemeinde soll’s selbst in die Hand nehmen

Kann man hier etwa bald wieder baden?

Gemeinderat Alois Huber (WRH) hat sich ein Konzept überlegt, wie die Kiesgruben wieder zur Bademöglichkeit werden könnten.

Pastetten– Zerstörte Baumaschinen, zugeparkte Wege, Müll und das unverschämte Benehmen mancher Badegäste waren die Gründe, warum die Kiesgrubenbetreiber bei Reithofen vor zwei Jahren das Gelände gesperrt haben (wir berichteten). „Diese Bademöglichkeit fehlt uns sehr“, ärgert sich Gemeinderat Alois Huber (WRH). „Jahrzehntelang konnten wir dort baden, dann war plötzlich Schluss.“ In den vergangenen Wochen hat Huber ein detailliertes Konzept erarbeitet, wie sich die Kiesgruben wieder zum Baden nutzen lassen könnten. Das stellte er seinen Ratskollegen nun vor.

Ein Teil des Geländes an den Kiesgruben – etwa 7000 Quadratmeter – gehört der Gemeinde. Es ist allerdings derzeit verpachtet. „Wenn wir diesen Pachtvertrag nicht verlängern, könnten wir das Areal selber wieder nutzen“, so Huber. Der Vertrag läuft jeweils ab Mai für ein Jahr und muss drei Monate vor Ablauf gekündigt werden. Laut Huber wäre auch der Pächter damit einverstanden, da er das Gelände derzeit ohnehin nicht nutze. Eine weitere Fläche könnte als Parkplatz hinzugepachtet werden. „Die Parksituation muss jedoch konsequent überwacht werden“, so der Gemeinderat.

Ein Sicherheitsdienst soll sich um die Einhaltung von Ruhezeiten kümmern. Zudem leert der Bauhof der Gemeinde regelmäßig die Müllbehälter.

Huber hat sich in Vorbereitung seines Konzept auch mit dem Wörther Bürgermeister Thomas Gneißl zusammengesetzt. „Dort gibt es seit 1998 eine Satzung, die das Verhalten am Wörther Weiher regelt. Diese Satzung könnte man zu 80 oder 90 Prozent auf Pastetten übertragen.“ Nach seinen Informationen besteht keine Pflicht, einen Wasserwacht-Stützpunkt zu installieren. Auch mit dem Landratsamt habe er schon gesprochen, um ein mögliches Vorgehen auszuloten.

Huber betonte, dass es nicht das Ziel sei, gegen die Unternehmen oder Pächter vorzugehen, sondern wieder einen Ort zur Naherholung zu bieten. Es komme ihm ebenfalls nicht darauf an, „ein tolles Naherholungsgebiet zu erschaffen, das die Leute von weit her anlockt“. Vielmehr solle den Anwohnern ermöglicht werden, wie früher „mal mit dem Radl oder zu Fuß zum Baden zu kommen“. Für die Weiterentwicklung seiner Idee könnte es Workshops geben, bei denen auch die Bürger einbezogen werden.

Von den Gemeinderäten gab es Applaus für Hubers Vortrag. Das Gremium entschied, sich für das weitere Vorgehen gemeinsam die Situation vor Ort anzuschauen. Auch sollen Gespräche mit Kieswerkbetreiber Scherer geführt sowie die rechtlichen Grundlagen weiter geprüft „Das muss hieb- und stichfest sein, sonst ist alles weitere für die Katz“, so Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU).

Bis Hubers Vorschlag letztendlich umgesetzt werden könnte, wird wegen der Kündigungsfrist des Pachtvertrags wohl mindestens noch ein Jahr vergehen.

Rubriklistenbild: © Archiv: Ostermaier

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