Killer stellt Antrag auf Haftentlassung

Badewannenmord von Poing: Täter will raus!

Täter Michael F.

Poing - Killer Michael F. ermordete im Jahr 2002 in Poing eine Frau und verging sich an der Leiche. Er wurde 2004 verurteilt. Jetzt hat der Täter einen Antrag auf Haftentlassung gestellt.

Mehr als ein Jahr lang lebten die Menschen im Poinger Neubaugebiet „Am Bergfeld“ in Angst. Kinder durften am Abend nicht mehr draußen spielen, Frauen verriegelten ihre Wohnungstüren. Denn in der Nachbarschaft hatte es ein grausames Verbrechen an einer Frau gegeben: Gudrun Wudy (38) war niedergemetzelt worden, ihre Leiche geschändet.

Das Opfer Gudrun Wudy.

Mehr als ein Jahr dauerte es, dann war der Täter gefunden: Michael F. (damals 21). Er wurde im November 2004 zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt, doch nun will er in die Freiheit. Bereits im Mai hatte er einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. In der damaligen Verhandlung vor dem Landgericht München II wurden Details zur Tat bekannt, die die Menschen erschaudern ließen. Michael F. war schon mit dem Plan ins Neubaugebiet gefahren,  dort ein Verbrechen zu verüben: Er wollte eine Frau vergewaltigen, die Tat auf Video aufnehmen und den Film ins Internet stellen. Wie er in die Wohnung von Gudrun Wudy gekommen war, ist bis heute unklar.

Die Polizei vermutet, dass er sich über die Tiefgarage ins Treppenhaus geschlichen und dort auf sein Opfer gewartet hatte. Als die 38-Jährige ihre Wohnungstür aufsperrte, setzte er ihr einen Elektroschocker an den Hals, der allerdings nicht so funktionierte, wie es sich Michael F. vorgestellt hatte. Die Frau wurde nicht bewusstlos, doch sie röchelte laut. Weil er diese für ihn unheimlichen Laute nicht ertrug, tötete er die Frau mit dem Messer.

Nachdem er die mitgebrachte Videokamera postiert und angeschaltet hatte, verging er sich mehrmals an der Leiche. Anschließend legte er die Tote in die gefüllte Badewanne. Gutachter stellten bei dem Täter eine „schwer gestörte Persönlichkeit“ fest, auch deshalb, weil er während der Untersuchungshaft mit seiner Tat geprahlt hatte. Doch während der Verhandlungstage versuchte er, ein anderes Bild von sich darzustellen: Am ersten Prozesstag trug er einen Rosenkranz um den Hals und ließ durch seinen Anwalt Steffen Ufer ausrichten, dass er zum Glauben gefunden habe.

 Dennoch: Der Vorsitzende Richter der Jugendkammer verurteilte ihn im November 2004 zur Jugendhöchststrafe -  zehn Jahre Haft, außerdem wurde die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt angeordnet. Das war im November 2004 gewesen. Im Mai dieses Jahres habe der mittlerweile 30-Jährige einen Antrag auf Haftentlassung gestellt, berichtet der Leitende Oberstaatsanwalt Eduard Mayer, der von Anfang an mit dem Fall betraut war. Das berichtet die Ebersberger Zeitung. Der Antrag sei vom Gericht abgelehnt worden.

Nach weiteren Gutachten wurde am 17. Mai ein neues Urteil rechtskräftig: Michael F. muss für ein weiteres Jahr in einem psychiatrischen Krankenhaus in Straubing bleiben. Dann werde erneut entschieden. Mayer zitiert aus der Begründung: „Von Michael F. geht weiterhin Gefahr aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder einschlägige Taten verübt, ist groß.“

Dass man Michael F. damals auf die Spur kam, war zwei Frauen zu verdanken: Seine hochschwangere Freundin entdeckte im Kleiderschrank der gemeinsamen Riemer Wohnung eine Videokamera, auf der ein Film zu sehen war - der Film vom grässlichen Mord an Gudrun Wudy. Die geschockte Freundin erzählte dies einer Bekannten, die die Polizei informierte. Vielleicht gerade noch rechtzeitig: Nachdem F. im Herbst 2003 festgenommen worden war, fanden Polizisten in seiner Wohnung eine Liste. Eine Liste mit Namen und Adressen von alleinstehenden Frauen in Poing.

Armin Rösl

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