Rentnerin empört

Bahn-Kontrolleure schikanieren 75-Jährige

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Helga Schuricht vor dem Fahrkartenautomat

Eichenau - Helga Schuricht ist empört. Wegen eines kleinen Fehlers ist sie in der S-Bahn als Schwarzfahrerin abgestempelt worden. Sie will sich das nicht bieten lassen.

Helga Schuricht ist sauer: Seit Jahren fährt die 75-Jährige regelmäßig Bahn, löst brav ihre Fahrkarten. Und dann macht die Frau aus Eichenau (nahe Fürstenfeldbruck) einmal einen kleinen Fehler – und schon wird sie als Schwarzfahrerin abgestempelt. Inklusive Strafe und belehrender Predigt! Doch Helga Schuricht will sich das nicht gefallen lassen: „Ich bezahle das nicht!“

Die Geschichte der freundlichen Rentnerin beginnt Ende August: Sie war mit ihrem Auto von Eichenau nach Planegg gefahren, um dort eine Seniorin (78) aus der Oberpfalz ehrenamtlich zu begleiten. Die alte Dame will einen Ausflug zum Starnberger See machen – per Bahn. Am Automat zieht Helga Schuricht eine Partner-Tageskarte. Doch durch die Sonneneinstrahlung ist außer dem Fahrpreis von 10,60 Euro nicht viel zu erkennen. Deshalb kauft sie unwissentlich statt dem erforderlichen Ticket für den Außenraum eine Karte für den Innenraum. Preisgleich, wohlgemerkt! Es kommt, wie es kommen muss: In der S6 werden die beiden kontrolliert. „Sie haben die falsche Fahrkarte“, so der Kommentar der drei Kontrolleure. Sofort werden die Personalien der beiden aufgenommen, außerdem sollen sie je 40 Euro Strafe bezahlen. Die Damen versuchen sich zu erklären. Vergebens. Im Gegenteil: Einer der Männer wird noch „richtig unfreundlich“. Die Kontrolleure hätten sie verdächtigt, im Innenraum gefahren zu sein, was laut der Eichenauerin zeitlich unmöglich war: Zwischen Ticketkauf und Kontrolle seien nur rund zehn Minuten vergangen. Helga Schuricht erhebt daraufhin zweimal Einspruch gegen die Strafzahlung bei der Bahn. „Ich habe alle Unterlagen an die Bahn geschickt“, sagt sie. Wieder scheint das völlig egal zu sein. Helga Schuricht soll zahlen. Die Frau ist verzweifelt. In ihrer Not informiert sie den Münchner Merkur über die Schikane der Bahn. Und dann kommt es doch noch – das Happy-End: Als die Zeitung um eine Stellungnahme bei der Bahn bittet, entscheidet man dort, die Rentnerin vom Haken zu lassen. Geht doch!

tz

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