Pendler sprechen von Chaos-Tagen

Kälte und Geisterzug: Bahn mit Verspätung

Dorfen - Nicht nur wegen eisiger Temperaturen frösteln Bahn-Pendler seit Tagen. Auch ständige Verspätungen tragen nicht zur Gemütserwärmung bei.

Schon am Mittwoch kam es bei der Südostbayernbahn auf der Strecke Mühldorf-München am Morgen zu längeren Verspätungen. Auch gestern mussten sich bei einigen Morgenzügen die Reisenden in Geduld üben. „Chaostage bei der Bahn, mein Bedarf Eisenbahner zu sehen oder zu hören ist für diese Woche jedenfalls gänzlich gedeckt“, kommentierte ein Pendler die Verspätungen.

Wegen des „Verdachtes einer Zugtrennung am vorausfahrenden Zug“ stand die kurz vor halb Sieben in Dorfen abfahrende Regionalbahn am Bahnhof Feldkirchen mehr als 20 Minuten lang. Bei einer vorausfahrenden S-Bahn war im Zugführerhaus angezeigt worden, dass sich ein Triebwagen gelöst hat. „Dieser Verdacht hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Offenbar funktionierte wegen der Kälte ein Kontakt nicht richtig“, so ein Bahnsprecher. Das Gleis war für den Regionalzug aus Mühldorf aber dennoch blockiert.

 Auch die nächste Regionalbahn, die ab Bahnhof Dorfen um 7.10 Uhr in Richtung München fährt, hatte 25 Minuten Verspätung. Der Grund: Ein Wagenschaden. Damit war die Pannenserie aber noch nicht beendet. Um 8.14 Uhr gab es noch einen Notarzteinsatz am Bahnhof in Mühldorf, später eine Weichenstörung in Schwindegg.

Die Weichenstörung war laut einer Bahn-Sprecherin „kältebedingt“. Bei den Weichen habe aber nicht die Heizung versagt. Vielmehr sei die Störungen an den oberirdisch verlegten Seilzügen aufgetreten. Bei eisigen Temperaturen komme es immer wieder dazu, dass die Seilzüge schwergängig oder eingefroren sind, so die Bahnsprecherin.

Gelöst werdene könnte das Problem durch einen Neubau der Weichen. Doch die Südostbayernbahn darf das nicht machen. Denn wegen des geplanten Ausbaues der Strecke München-Mühldorf dürfen solche Arbeiten nicht durchgeführt werden, wie aus Bahnkreisen verlautete.

Die Leidtragenden sind die Pendler. „Was uns bleibt, ist zu versuchen, die durch uns unverschuldeten Verspätungen so gering als möglich zu halten“, bedauert die Bahnsprecherin. Für die Pendler bleibt da nur Sarkasmus: „Bei der Fahrt mit der Bahn scheint die Ankunft in München bei klirrender Kälte seit Tagen wie ein Lotteriespiel. Wir müssen derzeit starke Nerven haben."

Anton Renner

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