Auch Bürgermeister bekam Film zugespielt

Wieder Zerstörung am Hebertshauser Bahnhof: Video überführt Randalierer in Lederhosen

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Freier Blick auf den Zug: Die Scheibe des Wartehäuschens ist eingeschlagen worden. Die Polizei beziffert den Schaden auf rund 350 Euro. 

Am 3. Oktober wurde der Bahnhof in Hebertshausen mal wieder Opfer von blinder Zerstörungswut. Diesmal gab es allerdings ein Video des vermeintlichen Täters in traditioneller Kleidung.

  • Der Bahnhof in Hebertshausen ist schon oft attackiert worden.
  • Diesmal gab es jedoch ein Video der Tat.
  • Der Täter in traditioneller Kleidung war dadurch rasch gefunden.

Hebertshausen - Für die Hebertshauser ist ihr Bahnhof schon lange zu einem Ort des Ärgernisses geworden. Der Aufzug funktioniert bisweilen wochenlang nicht. Bahnreisende blicken stumm auf Graffitis, die Kunstwerke sein sollen, aber doch nur scheußliche Schmierereien sind. Und sie beklagen sich laut bei Gemeinde und Bahn, weil mal wieder Scheiben eingeschlagen worden sind.

Am 3. Oktober hatte sich der Bahnsteig mal wieder in ein Scherbenmeer verwandelt – das Wartehäuschen hatte dran glauben müssen. In diesem Fall jedoch hat die zuständige Bundespolizei einen der beiden mutmaßlichen Täter ermittelt. Auf Grund eines Videos, das Hebertshausens Bürgermeister Richard Reischl zugespielt worden ist.

Bahnhof Hebertshausen: Randalierer bei Tat gefilmt

„Die Tat wurde gefilmt und in den Netzwerken verbreitert. Das Video habe ich der Bahn zur Verfügung gestellt“, sagt der Gemeindechef, für den das sich Kümmern um den Bahnhof beinahe zur laufenden Angelegenheit geworden ist. Die Bahn schickte das 27 Sekunden dauernde Filmchen weiter an die Bundespolizei. Und die begann auf der Stelle mit den Ermittlungen.

Bahnhof Hebertshausen: Zerstörer in Lederhosen

Das Video wurde über Snapchat weiterverschickt. Der Nachrichtendienst ermöglicht es, Fotos oder Videos, die nur eine bestimmte Anzahl von Sekunden sichtbar sind, bevor sie automatisch entfernt werden, an Freunde zu versenden. Nur: Die Daten sind ziemlich leicht wiederherzustellen. Der Film vom 3. Oktober wurde offensichtlich nicht endgültig entfernt. Die Polizei konnte ihn auswerten. „In dem Video ist der erste von vermeintlich zwei Tätern zu sehen – für die findige Polizei lange genug“, sagt Bundespolizei-Pressesprecher Wolfgang Hauner.

Bahnhof Hebertshausen: Täter zeigt sich uneinsichtig und erscheint nicht

Auf den Bildern ist ein junger Mann in Lederhosen zu erkennen, der gegen die Scheibe tritt. Und weil bei der Auslesung der Daten ein Namensteil aufgetaucht sei, so Hauner, hätten sich seine Kollegen „auf Internet-Recherche begeben“. Und siehe da: Ein 18-jähriger Bursche aus Hebertshausen geriet in Verdacht.

Einen ersten Vernehmungstermin am Montag ließ der Beschuldigte platzen. Telefonisch habe er wissen lassen, dass er nicht der Täter sei, so Hauner. Er habe lediglich die Scheibenreste weghauen wollen, damit sich niemand verletze.

Von dem zweiten Mann auf dem Video gibt es zwar keine persönlichen Daten, wohl aber ein Bild. Die Polizei fahnde derzeit nach ihm, und die Chancen stünden gut, so Hauner, ihm auf die Schliche zu kommen. Laut den Ermittlern täte der junge Mann nun gut daran, sich zu stellen.

In Bad Tölz hat derweil ein Taxifahrer Jugendliche aus seinem Auto geworfen. Und das mitten in der Nacht. Das hätte übel ausgehen können.

Klaus Rabl/Thomas Zimmerly

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