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Jahrelang Verspätungen und Schienenersatzverkehr? Bahnstrecken sollen bis 2025 erneuert werden

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Auf den Bahnstrecken im Oberland läuft es nach wie vor alles andere als rund. Die Bahn arbeitet an verschiedenen Stellen, ist aber nach wie vor zuversichtlich, dass zumindest die Kochelseebahn ab dem 13. September wieder durchgehend befahren wird.

Weilheim – Wie die Deutsche Bahn auf Anfrage der Heimatzeitung berichtete, seien aktuell in unserem Landkreis nur noch die Bahnstrecke zwischen Seeshaupt und Kochel gesperrt. Dazu kommen aber noch zahlreiche Langsamfahrstrecken – unter anderem zwischen Tutzing und Weilheim, zwischen Tutzing und Seeshaupt, zwischen Weilheim und Schongau sowie zwischen Weilheim und Geltendorf. In diesen Bereichen müssen die Züge immer wieder bis teilweise auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, was zu entsprechenden Verzögerungen führt.

Insbesondere auf der Strecke zwischen Seeshaupt und Kochel, die seit etlichen Wochen gar nicht mehr befahren wird, ist immer noch regelmäßig Schienenersatzverkehr im Einsatz. Obwohl sich auch weiterhin zahlreiche Nutzer des Ersatzverkehrs beschweren, ist die Bahn nach eigenen Aussagen mittlerweile sehr zufrieden mit dem Ablauf: „Die Deutsche Bahn hat mit Hochdruck daran gearbeitet, ausreichend Busse zur Verfügung zu stellen, um alle Fahrgäste zuverlässig ans Ziel zu bringen. Die SEV-Fahrpläne sind auf den genannten Strecken bis einschließlich 12. September in die Reiseauskunft eingearbeitet.“ Ab 13. September soll die Strecke der Kochelseebahn wieder durchgehend befahren werden können, heißt es weiter in der Presseerklärung.

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Keine Angaben über Investitionen der vergangenen 20 Jahre

Bleibt nur noch die Frage, warum sich das Schienennetz im Oberland in so einem offenkundig desolaten Zustand befindet. Eine Anfrage der Heimatzeitung, wie viel in den vergangenen 20 Jahren in den Streckenunterhalt der Bahnlinien im Landkreis investiert wurden, ließ die Deutsche Bahn unbeantwortet: „Zahlen für die zurückliegenden Jahre können wir aus Kapazitätsgründen leider nicht anbieten.“ In der Vergangenheit war wiederholt Kritik daran laut geworden, dass zwar immense Beiträge in die Straßeninfrastruktur investiert wurden, die Bahn dabei aber auf der Strecke geblieben sei. Und das, obwohl die CSU 16 Jahre lang den Bundesverkehrsminister gestellt hatte.

Im Jahr 2018 wurde zumindest ein Teil der Strecke zwischen Schongau und Peiting erneuert. Keine Zahlen über Investitionen
Im Jahr 2018 wurde zumindest ein Teil der Strecke zwischen Schongau und Peiting erneuert. Keine Zahlen über Investitionen © HH/ARCHIV

Die Bahn weist in ihrer Antwort auf die Fragen der Heimatzeitung lediglich darauf hin, dass man bis 2025 insgesamt rund 80 Millionen Euro in die Erneuerung der Strecken des „Karwendelnetzes“, zu dem sowohl das Werdenfels- als auch das Oberlandnetz gehören, investieren wolle. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wohl auch in den kommenden Jahren Streckenbauarbeiten mit Behinderungen, Verspätungen und Schienenersatzverkehr drohen.

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