Bei Routinekontrolle entdeckt

Wegen Keimen: Stadt verteilt Wurfzettel

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Jenny Petschner macht sich Sorgen wegen des gechlorten Trinkwassers

Bei einer Routinekontrolle entdeckten die Stadtwerke Bakterien im Trinkwasser. Das war vor drei Wochen, seitdem wird gechlort. Die Bürger sind dennoch unsicher, ob sie das Wasser trinken können.

Unterschleißheim – Andrea H. und ihre Familie schleppen derzeit literweise Wasser aus dem Supermarkt nach Hause. Leitungswasser wollen die Unterschleißheimer zurzeit nicht trinken. Seit drei Wochen wird das Wasser im Stadtgebiet gechlort. Der Grund: Die Stadtwerke haben bei einer Routinekontrolle gefährliche Keime in der Trinkwasserversorgung entdeckt. Und dieses Bakterium des Typs Pseudomonas aeruginosa kann schwere Infektionen verursachen!

Keim-Alarm in Unterschleißheim: Grundsätzlich habe sie für die Chlorung ja Verständnis, sagt Andrea H., auch wenn sie dadurch wieder an Hautproblemen leide und Kortison nehmen müsse. Ihre Tochter klagt über Bauchschmerzen. Ob ein Zusammenhang besteht, wisse sie freilich nicht. Vielmehr missfalle ihr (wie vielen anderen Unterschleißheimern) die Informationspolitik der Stadt. Zwar weist die Verwaltung auf ihrer Homepage, auf Facebook sowie in der Presse auf das weitere Vorgehen hin. „Man schaut aber nicht ständig auf die Homepage, und gerade ältere Menschen sind gar nicht in den sozialen Medien“, bemängelt H. Zudem kritisiert sie, dass Wurfzettel, die angekündigt waren, nie angekommen sind.

Bei Facebook sorgt der Fall für hitzige Meinungen. 

Wie kommt’s? Die Info-Blätter seien zwar vorige Woche in Auftrag gegeben worden, so Thomas Stockerl, persönlicher Referent des Bürgermeisters, jedoch werden sie erst heute oder morgen von der Post verschickt. Warum die Stadt nicht gleich Zettel verschickte? Weil die erste Chlorung ja erfolgreich hätte sein können.

Auch Jenny Petschner hat erst in der Facebook-Gruppe Unterschleißheim, wo sich viele verunsicherte Bürger zu Wort melden, von der Chlorung erfahren. Gerade noch rechtzeitig. Sonst hätte die 27-Jährige das Wasser in ihrem Aquarium gewechselt, und ihre Fische wären wohl gestorben. Chlorhaltiges Wasser ist für Zierfische nämlich gefährlich. Für den Menschen hingegen, erklärt Gerhard Schmidt, Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis München, „ist das Chlor im Wasser nicht gesundheitsgefährdend“. Die Konzentration liege unterhalb der vorgeschriebenen Obergrenze. Auch Tiere seien nicht in Gefahr.

Die Unterschleißheimer diskutieren bei Facebook.

Das Gesundheitsamt hatte die Chlorung veranlasst. „Das Chlor tötet die Bakterien ab“, so Schmidt. Die positive Nachricht: Jüngste Proben waren „unauffällig“, sprich keimfrei. Allerdings wolle man abwarten, bis es auch durch die Nachproben Entwarnung gebe.

Florian Prommer, Stefanie Wegele

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