Gauner wenden fiesen Trick an

Hier klauten sie mir die Kette vom Hals

In der Ludwig-Thoma-Straße in Germering wurde Gernot S. von den Trickdieben angesprochen

München - Vorsicht, wenn ein voll besetztes Auto hält und der Fahrer Sie nach dem Weg fragt! Denn: Es könnten gemeine Betrüger sein, die Ihren wertvollen Goldschmuck wollen!

Derzeit sind im Umland von München offenbar mehrere Banden unterwegs, die mit diesem Trick hilfsbereite Senioren bestehlen. In Germering schlugen die Trickbetrüger am Donnerstag gleich zwei Mal innerhalb nur einer Stunde zu. Sie erbeuteten Goldschmuck im Wert von fast 3000 Euro. Und etwa zeitgleich trat in Kissing bei Augsburg eine Bande auf, die mit der gleichen Masche einen 58-Jährigen um seine Goldkette brachte.

Eines der Opfer ist Gernot S. (66) aus Germering. Eigentlich lässt sich der Rentner nicht so schnell hinters Licht führen. Aber wie dreist ihn am Donnerstag das Betrüger-Trio ausgetrickst hat, da verschlägt es dem 66-Jährigen immer noch die Sprache: Unbemerkt fingerte ihm nämlich eine Frau seine wertvolle Goldkette vom Hals – und legte ihm stattdessen billigen Modeschmuck um!

„Ich war erst ein paar Schritte aus dem Haus, da hat schon dieses Auto gehalten“, erzählt Gernot S. der tz. Der Fahrer, ein dicklicher Mann, beugt sich über den Beifahrersitz zum geöffneten Fenster. „Er deutete auf einer Landkarte auf Wolfratshausen.“ Gernot S. erklärt geduldig den Weg dorthin. „Das ist doch selbstverständlich“, meint er.

Dann steigt plötzlich eine Frau aus dem dunklen Auto. „Meine Mutter hat heute Geburtstag. Ich schenke Goldkette“, sagt sie in gebrochenem Deutsch – und legt Gernot S. blitzschnell ein Schmuckstück um den Hals. „Lassen Sie das. Ich will das nicht“, sagt der Rentner bestimmt. Die Frau gibt sich einsichtig, nimmt die Kette wieder von seinem Hals.

Schnell steigt sie wieder ins Auto, das sofort losfährt. Erst ein paar Meter weiter greift sich Gernot S. an den Hals, weil seine Kette irgendwie so locker ist. „Da hatte ich plötzlich diese mickrige Kette in der Hand.“ Seine Goldkette mit dem Kreuzanhänger im Wert von fast 2000 Euro ist weg. „Sie war mein Lieblingsstück seit 20 Jahren.“ Bei der Polizei erfährt der Rentner, das die gleiche Bande eine halbe Stunde zuvor nur eine Straße weiter eine 86-Jährige mit dem gleichen Trick bestohlen hatte. Zwei Frauen klauten der betagten Dame zwei Goldarmbänder von den Handgelenken, nachdem die Rentnerin ihnen den Weg zum Krankenhaus beschrieben hatte.

„Das ist eine neuartige Form von Trickdiebstahl“, warnt Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Germering. „Insbesondere ältere Menschen sollten misstrauisch sein, wenn ihnen Goldgeschenke für Auskünfte aufgedrängt werden.“

Am Freitagnachmittag war Trickdieb-Opfer Gernot S. nochmals bei der Polizei. Ihm wurden Lichtbilder vorgelegt, unter denen auch diebische Frauen waren, die am Vormittag in Ingoldstadt festgenommen worden waren. Sie waren mit der gleichen Masche auf Beutezug gewesen. „Ich habe leider niemanden erkannt“, bedauert der Rentner.

jam

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