Diagnose da: So lange fehlt Müller dem FC Bayern

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Rocker-Prozess: Zeugen in Angst

München - Dieser Zeuge hat die Hosen gestrichen voll! Im Prozess gegen zwei Mitglieder der Rockergruppe Bandidos wegen versuchten Mordes hat das Opfer keine Angaben zu dem Gewaltexzess gemacht.

Simon S. (27), der am 11. November 2011 von zwei Rockern halb totgeschlagen wurde, kriegt vor dem Landgericht München II den Mund nicht auf. Wie erstarrt schaut er in Richtung der Zuschauer. Dort sitzen sie, die bis zum Hals tätowierten Typen, gebaut wie Kleiderschränke. Dabei ist er auch kein Kind von Traurigkeit: Wegen Menschenhandels, Zuhälterei, Bedrohung und Körperverletzung sitzt er gerade für zwei Jahre und neun Monate im Knast.

Als Simon S. vor Gericht das blutige Geschehen vor dem Clubhaus der Bandidos in Türkenfeld schildern soll, fasst er sich sehr kurz: „Ich habe eine über die Rübe gekriegt. Wir hatten halt was zu besprechen.“ Was denn? „Irgend so eine Geldgeschichte. Mehr weiß ich nimmer.“ Vorsitzender Richter Martin Rieder: „Wir helfen Ihnen gerne auf die Sprünge.“

Ehefrau ist gesprächiger

Immer, wenn es um das konkrete Tatgeschehen geht, weicht Simon S. aus: „Keine Ahnung.“ Er tut alles, um die beiden Angeklagten Georg V. (44) und Mladen G. (41) nicht zu belasten. Dabei sind die Narben auf seinem Hinterkopf, die ihm mit einer schweren Taschenlampe zugefügt wurden, nicht zu übersehen. Dass seine Ehefrau als Prostituierte im Bordell des Angeklagten Georg V. arbeitete, spielt Simon S. herab: „Sie wurde halt gebraucht.“

Die 24-Jährige, die als Phantasy-Lady inserierte, ist vor Gericht gesprächiger. Sie belastet die beiden Angeklagten: Ja, sie seien mit ihrem Mann vors Clubhaus gegangen. Nach einigen Minuten seien sie mit blutigen Händen und der Rocker-Kutte des Opfers wieder reingekommen. „Die Kutte haben sie auf den Boden geschmissen, wie Dreck.“ Das Tatgeschehen selbst habe sie nicht beobachten können: „Ich musste drin beiben.“ Die 24-Jährige sagte auch, dass sie nach der Tat bedroht worden sei: „Die Angst ist immer noch da.“ Hat ihr Mann auch Angst? „Ich denke schon.“

E. Unfried

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