Wegen versuchten Mordes

Bandidos-Rocker müssen Jahre in den Knast

Die beiden Angeklagten

München - Mit einer Taschenlampe, Faustschlägen und Tritten haben zwei Mitglieder der Rockerbande Bandidos einen 26-Jährigen halbtot geprügelt - nun müssen sie dafür jahrelang hinter Gitter.

Ein 41-Jähriger kommt wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung für neun Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der 44 Jahre alte Mittäter muss wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung fünfeinhalb Jahre in Haft. Die Kammer des Münchner Landgerichts lag mit ihrem Strafmaß zwischen den Forderungen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft. Beide Angeklagte hatten den Gewaltexzess zugegeben - allerdings in abgeschwächter Form.

Der Vorsitzende Richter sagte bei der Urteilsbegründung am Mittwoch, das Gericht gehe davon aus, dass die Angeklagten bei gezielten Schlägen mit schweren Gegenständen „durchaus auch absehen können, dass dies tödliche Folgen haben kann“. Der 41-Jährige hatte dem Mitglied der Bandidos-Untergruppierung Gringos im November 2011 in Türkenfeld bei Fürstenfeldbruck mit einer schweren Taschenlampe immer wieder auf den Hinterkopf geschlagen. Der 44-Jährige prügelte mit Fäusten und Tritten auf den am Boden Liegenden ein.

Das Opfer wollte dem Vorsitzenden Richter zufolge seine Kutte nicht wie gefordert herausgeben und habe gesagt: „Nur über meine Leiche, dann musst du mich schon umbringen.“ Der 41-Jährige habe das Opfer beim Wort genommen und bis zur Bewusstlosigkeit auf es eingeschlagen. Danach seien die Rocker wieder in das Clubheim spaziert und hätten dieses später verlassen, „als wäre nichts gewesen“.

Der Tat ging ein Streit im Rotlichtmilieu voraus. Das spätere Opfer soll eine Abfindung für seine Freundin verlangt haben. Sie hatte im Bordell des 44-Jährigen gearbeitet und wurde rausgeworfen. Inzwischen ist der 44-Jährige bei den Bandidos ausgetreten. Er hat sich bei dem Opfer entschuldigt und einen Täter-Opfer-Ausgleich vereinbart - mit 10 000 Euro Schmerzensgeld, 1000 Euro Schadenersatz sowie einem Kontaktverbot.

dpa

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