Schullandheim Wartaweil

Hurra! Seezugang ist freigegeben

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Endlich fertig: Darüber freuen sich Landsbergs Landrat Walter Eichner, Barbara Kirsch als Vertreterin der Spender, Bettina Simmerl und Rainer Salz von der Wartaweil GmbH (v.l.).

Er war als Sofortmaßnahme formuliert, sollte dann aber mehr als vier Jahre bis zur Umsetzung dauern. Nun ist er fertig: der barrierefreie öffentliche Seezugang am Ufergelände vom Schullandheim Wartaweil.

Wartaweil – Der Vorschlag des Vereins Ammersee Ostufer für Mensch und Natur, einen ebenerdigen Seezugang herzustellen, musste erst zum Politikum werden, bis er am Ende realisiert werden konnte. Umso größer war die Freude am Mittwoch, als dieser behindertengerechte Zugang nach viereinhalb Jahren endlich eröffnet werden konnte. Dabei waren nicht nur Rainer Salz als Geschäftsführer der Wartaweil GmbH und des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte (LVKM) und die Leiterin der Einrichtung, Bettina Simmerl, sondern auch Walter Eichner, Landsbergs Landrat, sowie die Spender, die die Maßnahme letztlich umsetzbar machten.

So lange alle Verantwortlichen haben warten müssen, so schnell war die Idee realisiert. Innerhalb weniger Wochen war der Zugang fertig. „Das ging richtig fix“, freute sich Bettina Simmerl. 5000 Euro hat die Aufkiesung insgesamt gekostet, finanziert durch Spenden unter anderem von Bürgerstiftung und VR Bank sowie aus der Nachbarschaft des Schullandheims. Und kaum war der Zugang erstellt, „ist auch schon eine Gruppe behinderter Jugendlicher reingerannt“, erzählt Bettina Simmerl und merkt stolz an, dass die Kinder dies später als „schönstes Erlebnis“ in einem Gasteintrag vermerkten. „Dabei ist das Wasser noch richtig kalt“, weiß sie und lacht. So schnell wie möglich will sie nun wassertaugliche Rollstühle mit breiten Reifen anschaffen, die gehbehinderten Gästen zur Verfügung gestellt werden können. „Und segeln kann man auch wieder“, freut sich die Schullandheim-Leiterin. Dies sei in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen. Seit 2009 hat das Schullandheim eine spezielle Hebeanlage, so dass auch Gehbehinderte sicher in die Boote gehoben werden können.

Große Freude herrscht auch bei den Behindertenbeauftragten, schließlich sind Steg und Zugang öffentlich. Als Inklusionsbeauftragter im Herrschinger Gemeinderat war auch Alfred Ploetz begeistert, der zur Eröffnung ebenso eingeladen war wie Hans-Jürgen Böckelmann als stellvertretender Bürgermeister. „Es kamen erstaunlich viele Gäste“, meint Bettina Simmerl. „Aber es hat auch alles gepasst.“

Ihr nächstes Projekt ist die Gestaltung der für den Zugang angelegten Ausgleichsflächen. „Ich stelle mir das als Schulprojekt vor, muss die Schulen aber noch anschreiben.“ Im Herbst soll diese Fläche dann, begleitet von einem Geologen, bepflanzt werden.

Ein langer Weg

Der Verein Ammersee Ostufer für Mensch und Natur setzt sich im gesamten Uferbereich dafür ein, durch maßvollen Rückschnitt das Kiesufer wieder in den Vordergrund zu rücken. Vor etwa viereinhalb Jahren kam die Idee auf, auch entlang des bereits bestehenden Steges am Schullandheim auf maximal 2,50 Meter Breite die Pflanzen zu entfernen und dafür den Bereich soweit aufzuschütten und zu befestigen, dass behinderte Menschen ihn nutzen und auch mit dem Rollstuhl direkt an und ins Wasser gelangen. Von der Unteren Naturschutzbehörde gab es zunächst grünes Licht, auch ein Biologe versicherte, dass es sich bei dem „Gestrüpp“ um keine schützenswerten Pflanzen handele. Als das Landschulheim sodann begeistert eine wasserrechtliche Genehmigung beim für den Ammersee zuständigen Landratsamt Landsberg beantragte, erhielt es eine Abfuhr: „Jeder Seeeinbau, auch ein befestigter Seezugang, trägt in der Summierung zur Belastung des ökologischen Gleichgewichts des Ammersees und seiner Uferlandschaft bei.“ Mit Unterstützung sämtlicher Behindertenbeauftragten wurde die Maßnahme zum Politikum und schließlich trat der Landkreis Landsberg als Antragsteller auf. Das Ergebnis ist bekannt,

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