„Es war für uns beide ein ganz tiefer Moment“

Bayerischer Neupriester aus Pähl segnet den Papst

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Gottes Segen für den Heiligen Vater: Bei der General-Audienz am Petersplatz spendete Pater Johannes Feierabend aus Pähl Papst Franziskus den Primizsegen. 

Normalerweise segnet Papst Franziskus bei der Generalaudienz Gläubige aus aller Welt. Jetzt hat der Heilige Vater selbst den Segen empfangen – von einem jungen Bayern.

Pähl – Ein bisschen aufgeregt war Pater Johannes Feierabend (35) aus Pähl (Kreis Weilheim-Schongau) schon, als er vergangenen Mittwoch Papst Franziskus gegenüberstand. Der junge Priester hatte sich darüber im Vorfeld viele Gedanken gemacht: „Ich habe mir überlegt, ob ich den Papst frage, ob ich ihn segnen darf“, sagt er. Er wollte es spontan entscheiden – und als es so weit war, fasste er sich ein Herz und fragte.

Eine Freundin machte ihm zur Primiz besonderes Geschenk

So kam es, dass Pater Johannes die Ehre zuteil wurde, dem Heiligen Vater den Segen zu spenden. „Es war für uns beide ein ganz tiefer Moment“, erzählt er. „Es war eine sehr schöne Geste.“ Der 35-jährige Benediktinermönch hatte Ende Juni durch den Augsburger Weihbischof Florian Wörner in Maria Plain bei Salzburg die Priesterweihe empfangen und im Juli in Pähl seine Heimatprimiz gefeiert. Rund 1800 Gläubige waren zu seiner ersten Messe in der Heimat gekommen. Zur Primiz machte ihm eine Freundin ein besonderes Geschenk: ein Ticket für die Generalaudienz des Papstes in der ersten Reihe. „Sie hat Erzbischof Georg Gänswein angeschrieben, um das zu organisieren“, berichtet der 35-Jährige.

Bei der Audienz sprach der Papst mit den Gläubigen. „Er hat mich gesegnet und meine Hände an der Stelle geküsst, wo ich bei der Priesterweihe gesalbt wurde“, berichtet Pater Johannes. Er wiederum gab dem Heiligen Vater sein Primizbild – und spendete ihm dann den Primizsegen. Das ist ein besonderer Segen, den nur Neupriester in der ersten Zeit nach ihrer Priesterweihe spenden dürfen. Der 35-Jährige rief dabei die Heiligen Franziskus, Petrus und Paulus an. „Danach hat mich der Papst gebeten, für ihn zu beten“, sagt er. Dem Wunsch kam Pater Johannes natürlich nach. Als er nach dem Rom-Aufenthalt ins Benediktiner-Kloster der Erzabtei St. Peter in Salzburgzurückkehrte, gedachte er bei seiner ersten Messe im Konvent besonders des Heiligen Vaters. Papst Franziskus ist nicht der erste Papst, den Pater Johannes getroffen hat. Auch bei Papst Benedikt XVI. hatte er gemeinsam mit Mitbrüdern schon eine Audienz. „Wir unterhielten uns mit ihm nachmittags im vatikanischen Garten“, erzählt er.

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Dabei wollte der Pähler, der unter dem bürgerlichen Namen Martin Johannes Feierabend mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, ursprünglich gar nicht Priester werden. Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und arbeitete später in einer Bank. Seinen Zivildienst absolvierte er im Kloster Bernried (Kreis Weilheim-Schongau) – und dort gab es eine weitsichtige Klosterschwester: „Sie hat gesagt, dass sie bei mir auf keine Hochzeit gehen wird, sondern auf eine Einkleidung oder Primiz“, erzählt er. Anfangs glaubte Pater Johannes selbst nicht daran – doch das Thema beschäftigte ihn immer mehr. Er holte das Abitur nach, ging mit 24 Jahren ins Priesterseminar und mit 29 Jahren ins Kloster.

Jetzt ist ganz Pähl stolz darauf, dass einer von ihnen dem Papst den Segen gespendet hat. Zwei Fotos von dem ungewöhnlichen Moment gehen um die Welt: Der Vatikan hat sie auf seinem Profil im sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht. Über 182 600 Nutzer haben die Bilder bereits positiv bewertet.

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