“Wir leiden alle mit“

Von Baum erschlagen: Drama um den kleinen Simon in Aying

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Am Strunk des Unglücksbaums zeugen Kerzen und ein Blumenstrauß von dem tragischen Unfall.

Letztes Geleit für Simon: Der neunjährige Bub ist am vergangenen Donnerstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Nun nehmen Familie und Freunde Abschied.

Aying – „Viel zu früh! In unfassbarem Schmerz nehmen wir in Liebe und Dankbarkeit Abschied von unserem Simon“, schreiben Eltern und Angehörige in der Todesanzeige.

Sie werden nicht allein sein. Viele werden Simon am Dienstag auf seinem letzten Weg begleiten, darunter seine Kameraden vom Trachtenverein Goldbergler Helfendorf. Dort war Simon Plattlerbua. Die Kinder-Plattlergruppe wird Simon das letzte Geleit geben. Vorneweg das Vereinstaferl, mit Trauerflor geschmückt. 

Alle Kinder, die ihrem Freund Simon die letzte Ehre erweisen, bekommen Blumen zum Verabschieden. „Wir werden dich nie vergessen“, schreiben der Vorsitzende der Trachtler, die Jugendleiter und alle Kinder und Jugendlichen in der Todesanzeige, in der sie ihrer großen Trauer um „ihren lieben Simon“ Ausdruck geben. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr in Kleinhelfendorf. Dann wird der Bub beigesetzt.

Simon von Baum erschlagen: Pfarrer ringt nach passenden Worten

Vor allem in der Altgemeinde Helfendorf trauern viele mit den Eltern um Simon. Vergangenes Jahr wurde der Bub Ministrant. Pfarrer Friedrich Oberkofler hat am Sonntag versucht, im Gottesdienst in Kleinhelfendorf passende Worte zu finden. Dabei war auch ihm anzumerken, wie tief ihn der Tod des Buben bewegt, wie sehr ihn erschüttert, dass der kleine Ministrant schon vor seinem Pfarrer sterben musste.

„Er war mit Leib und Seele Ministrant“, sagt Max Demmel, stellvertretender Vorsitzender des Trachtenvereins. Das weiß er so genau, weil sein Bub, Maxi Demmel, regelmäßig mit Simon in der Marterkapelle in Kleinhelfendorf seinen Dienst am Altar versehen hat. Den gleichen Eifer hatte Simon als Plattlerbua. „Vor kurzem haben mein Maxi und Simon angefangen zu trommeln“, sagt Max Demmel. Unfassbar ist für alle der Verlust.

Freunde und Bekannte erschüttert: „Wir leiden alle mit“

Simons Eltern sind auch in der Feuerwehr Helfendorf aktiv. Deren Einsatzkräfte waren zuerst an der Unfallstelle und hatten noch versucht, das Leben des Buben zu retten. Vergeblich. Deswegen sind es auch so viele, die der frühe Tod des Buben aufrichtig zutiefst erschüttert. „Wir leiden alle mit“, sagt ein Helfendorfer stellvertretend für viele.

Bürgermeister Johann Eichler (PWH) war sofort nach dem Unglück an die Unfallstelle in Trautshofen geeilt. Um den Eltern beizustehen in ihrer schwersten Stunde. „Wir sind alle tief betroffen“, hatte er dem Münchner Merkur am Tag nach dem Unfall gesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) haben ebenfalls ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht.

Nach Schnee-Chaos im Landkreis: Erster Schultag nach tragischem Unglück

An der Grundschule Aying ist morgen zum ersten Mal wieder Unterricht nach dem Unfall. Wegen der Schneelage war die Schule bis gestern noch geschlossen. Die Klassenkameraden und die ganze Schulfamilie werden Simon schmerzlich vermissen. Um dem Lehrerkollegium und den Kindern beizustehen, ist seit Freitag laut Landratsamt das „Kriseninterventionsteam bayerischer Schulpsychologen und Schulpsychologinnen“ (KIBS) an der Grundschule Aying.

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