Bergwacht und Feuerwehr im Einsatz

Großeinsatz bei Bayrischzell: Touristin findet „Abkürzung“ und stürzt 50 Meter tief

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Schwierige Bergung: Mit Seilsicherung und Akja beförderten die Bergwachtler die Frau langsam in flaches Gelände.

Eine Wanderin aus dem Raum München dachte, sie hätte in den Bergen bei Bayrischzell eine Abkürzung gefunden. Kurz darauf musste die Bergwacht ausrücken.

Bayrischzell - Eine Schneeschuhwanderin ist am Sonntagnachmittag beim Abstieg vom Seeberg 50 Meter in eine Rinne gestürzt. Mehrfach verletzt konnte sie noch einen Notruf absetzten. Elf Bergwachtler aus Bayrischzell mit Unterstützung der Feuerwehr Bayrischzell rückten zur Rettung der Frau an.

Die Touristin aus dem Münchner Raum startete in Osterhofen mit ihrer Tour. Über die Seeberg-Südseite erreichte sie den von Bayrischzell ausgehenden Seeberg-Sommerweg und wollte dort wieder ins Tal absteigen.

Bergunglück über Bayrischzell: Vermeintliche Abkürzung wird lebensgefährlich

Beim Abstieg versperrte ein Lawinenabgang den direkten Weg. Die 56-jährige wich aus und schlug einen vermeintlich direkten Weg nach Bayrischzell ein. Sie kam aber in ein sehr steiles felsendurchsetztes Gelände und verlor dort den Halt. 

Ein etwa 50 Meter langer Sturz in eine Rinne an der Seeberg-Nordostseite folgte. Verletzt am Arm, am Fuß und mit Schmerzen im Rücken, konnte sie mit ihrem eigenen Mobiltelefon die Rettung gegen 16 Uhr alarmieren. Da eine Handyortung nicht funktionierte, war für die Retter der Unfallort schwierig zu lokalisieren. 

Touristin fällt 50 Meter tief - Ihre Rufe führen Retter aus Bayrischzell zu ihr

Zwei Bergwachtler starteten vom Tal aus auf dem Sommerweg mit der Hoffnungm auf die Frau zu stoßen. Die beiden Männer konnten die Verunfallte zwar hören, aber der direkte Weg zu ihr blieb versperrt. 

Passanten am Bayrischzeller Eisstockplatz wurden auf die Rufe der Verunfallten aufmerksam und informierten ebenfalls die Bergwacht. Weitere Kameraden fanden aufgrund dieses Hinweises die Sportlerin. 

Der Bergwacht-Notarzt konnte vor Ort die Verletzungen versorgen und die weitere Unterkühlung stoppen. Für die Bergung mussten ein Akja (eine Spezial-Trage, die auf Skiern bedient wird) und Sicherungsmaterial in die mit Lawinenresten verblockte Rinne geschafft werden.

Erst nach aufwändigen Sicherungsmaßnahmen gelang es, die Frau am Seil in flacheres Gelände abzulassen. Zur Unterstützung der Rettungsarbeiten leuchteten die nachalarmierten Feuerwehrler aus Bayrischzell den unteren Wandteil aus und halfen bei der Bergen im letzten Abschnitt. 

Nach rund vier Stunden Einsatz konnte die Verletzte an die Landrettung übergeben werden. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus nach Agatharied.

Lesen Sie auch: Bergwacht staunt: Münchner Wanderer finden ihre Autos nicht mehr

Auch jüngst in der Region Bayrischzell passiert:

Eine Suchaktion hat die Bergwacht Leitzachtal am Donnerstagabend mehrere Stunden lang auf Trab gehalten. Ein schwerer Unfall zwischen Skilehrer und Schüler (10) ereignete sich ebenfalls. Das Kind muss mit dem Hubschrauber in Klinik.

kmm

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