Er hatte schon lange Probleme

Bluttat im Schwesternwohnheim: Mann greift drei Frauen mit Messer an - kurz darauf ist er tot

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Die Kripo ermittelte bis in die späten Abendstunden in dem Ebersberger Wohnheim.

Schreckliche Tat in einem Ebersberger Wohnheim: Ein 30-Jähriger soll zunächst drei Verwandte attackiert haben. Seine Mutter schwebte einige Zeit in Lebensgefahr.

Update 30. Januar, 09.40 Uhr: Wie die Polizei am frühen Morgen bekannt gab, ist die 52-jährige schwer verletzte Mutter des Täters eine Laborangestellte der Kreisklinik Ebersberg. Als solche lebte sie in dem zur Klinik gehörenden Wohnheim.

Auch zum Täter wurden neue Informationen bekannt gegeben. So soll es in der Vergangenheit bereits einmal zu einem Fall der Körperverletzung eines Familienmitglieds durch den 30-Jährigen gekommen sein.  Zudem hatte der junge Mann wohl mit psychischen Problemen zu kämpfen und musste zu einem früheren Zeitpunkt in einer geschlossenen Einrichtung wegen Suizidgefahr behandelt werden. 

Die Mutter des Täters ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Deshalb, so die Polizei, sei derzeit nicht mit neuen Erkenntnissen zu Tathergang und -hintergrund zu rechnen. Allerdings schwebt die Frau derzeit nicht mehr ins Lebensgefahr.

Update um 20.25 Uhr: Wie unsere Redaktion am Tatort erfahren hat, handelt es sich bei dem Toten um einen Mann mit bosnischen Wurzeln. Er soll seine Mutter (52) in dem Schwesternwohnheim besucht haben. Wahrscheinlich ist, dass die 52-Jährige in der direkt angrenzenden Kreisklinik arbeitet. Begleitet wurde der Mann dabei von seinen beiden Schwestern. Zusammen seien die Kinder der 52-Jährigen aus München angereist. 

In dem Wohnheim muss das Familientreffen aus noch unbekannten Gründen eskaliert sein. Es kam zu einem Gewaltausbruch. Der 30-Jährige griff seine Mutter und seine Schwestern mit einem Messer an. Die Frauen wurden zum Teil schwer verletzt. Lebensgefahr soll glücklicherweise nicht bestehen. Nach ersten Erkenntnissen soll der Mann zuletzt psychische Probleme gehabt haben. 

Ein Großaufgebot der Polizei eilte zum Wohnheim. Zunächst wurde ein Amoklauf befürchtet.

Die Ebersberger Polizei befürchtete nach der Alarmierung einen Amoklauf

Die Polizei rückte nach der Alarmierung mit einem Großaufgebot an. Zunächst wurde ein Amoklauf befürchtet, der familiäre Hintergrund des Angriffs kam erst später heraus. Mindestens zehn Streifenwagen trafen am Wohnheim ein. Kurz darauf fanden die Beamten den 30-Jährigen in dem Gebäudekomplex - tot. Offenbar hatte er seinem Leben selbst ein Ende gesetzt.

In der Ebersberger Von-Scala-Straße kam es am Dienstagnachmittag zu einer Bluttat. 

Mann (30) verletzt drei Frauen mit einem Messer - kurz darauf ist er tot

Erstmeldung um 19.30 Uhr: Ebersberg - Rettungsdienst und Polizei wurden am Dienstagnachmittag gegen 16.45 Uhr zu einem Wohnheim in der Von-Scala-Straße gerufen. Ein zunächst unbekannter Täter hatte drei Frauen mit einem Messer teilweise schwer verletzt. In einem benachbarten Teil des Wohnheimes fand die Polizei wenig später die Leiche eines 30-jährigen Mannes, der sich offensichtlich mit einem Küchenmesser selbst tödliche Verletzungen zugefügt hatte.

Tat ereignete sich offenbar im sogenannten „Schwesternwohnheim“

In der Von-Scala-Straße befindet sich ein Personalwohnheim der Berufsfachschule für Krankenpflege, direkt neben der Kreisklinik Ebersberg. Noch ist jedoch nicht bestätigt, dass sich die Bluttat in diesem Wohnheim abspielte.

Die Ebersberger Polizeibeamten gehen von einem Suizid aus

Soweit die Beamten der Polizeiinspektion Ebersberg und die hinzugezogenen Erdinger Kriminalbeamten bislang ermitteln konnten, handelt es sich beim tot aufgefundenen Mann um den Tatverdächtigen. Er hatte zuvor die drei Familienangehörige mit dem Messer angegriffen und verletzt. 

Eine 52-Jährige wurde in ein Münchner Krankenhaus geflogen

Alle drei verletzten Frauen wurden in Kliniken eingeliefert. Das am schwersten verletzte 52-jährige Opfer kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Münchner Krankenhaus. 

Die Ermittlungen der Kripo Erding am Tatort dauern derzeit an.

In eigener Sache: Berichterstattung bei Selbstmord 

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden oder leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/

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