Kreishandwerkerschaft trauert

Jutta Sellin gestorben: „Ihr Tod ist ein Schock, ein großer Verlust“

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Jutta Sellin (59) ist tot. Die Kreishandwerkerschaft trauert.

An ihrem letzten Geburtstag bekam Jutta Sellin so viele Anrufe, als wäre es ein runder Ehrentag. Dabei wurde sie erst 59. Jetzt ist die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft gestorben.

Fürstenfeldbruck –  „Sie sagte damals: Hoffentlich darf ich meinen runden Geburtstag noch erleben“, erinnert sich Ehrenkreishandwerksmeister Franz Höfelsauer. Drei Tage später erfuhr sie von ihrer Krebserkrankung. Jetzt ist die überaus beliebte Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft gestorben. Ihren 60. Geburtstag hat sie nicht mehr erlebt.

1992 kam die Groß- und Außenhandelskauffrau – nach Stationen in verschiedenen Firmen – in die Geschäftsstelle an der Brucker Hauptstraße. Eingestellt wurde sie als Sekretärin, doch schnell erarbeitete sie sich durch ihr fachliches Können und ihre liebenswerte Art das Vertrauen und die Anerkennung der Handwerksmeister. Bald wurde sie zur Geschäftsführerin ernannt. „Sie hat alles gewusst und alles gemacht, sich um alles gekümmert. Sie war eine richtige Allrounderin“, sagt Werner Nau, Obermeister der Bäckerinnung. Höfelsauer ergänzt: „Mit ihr hat die Kreishandwerkerschaft ihre Seele zu Grabe getragen.“

Zum Tod von Jutta Sellin: Engagement im Berufsleben und Familienmensch

Die Betroffenheit ist groß in den Betrieben der Region und bei allen, die mit Jutta Sellin zu tun hatten. Zu ihrem 25. Dienstjubiläum im November 2017 gab die Kreishandwerkerschaft ein Fest, zu dem Vertreter des Handwerks und des öffentlichen Lebens eingeladen wurden. „Es gab keine einzige Absage“, erzählt Höfelsauer. „Darüber hat sie sich sehr gefreut.“

Neben ihrem vollen Engagement im Berufsleben war die gebürtige Olchingerin Familienmensch durch und durch. Ihren Mann Walter lernte sie als 17-Jährige auf einem Rosenmontagsball kennen, drei Jahre später wurde geheiratet. Ende 1980 kam Tochter Melanie auf die Welt, 1988 folgte die zweite Tochter Michaela. Seit vier Jahren war Jutta Sellin außerdem stolze Großmutter einer Enkelin.

Die blonde Frau mit dem strahlenden Lächeln war in ihrem Job kompetent, korrekt und zuverlässig – „aber sie war auch immer für jeden Schmarrn zu haben“, erinnert sich Werner Nau. Viele Ausflüge der Kreishandwerkerschaft hat sie mit organisiert. Einmal ging die Reise nach Malta, eine der Lieblings-Urlaubsinseln von Jutta Sellin und ihrem Mann. Sie konnte den Mitreisenden die besten Restaurants empfehlen und alle Sehenswürdigkeiten zeigen. „Sie hat sich wirklich gut ausgekannt“, erzählt Höfelsauer. Walter Sellin verbindet viele schöne Erinnerungen mit der felsigen Mittelmeerinsel südlich von Sizilien. Elfmal war das Ehepaar insgesamt dort. „Malta ist keine typische Touristeninsel. Aber uns gefielen das angenehme Klima und die Freundlichkeit der Bewohner.“

Krebserkrankung: „Ihr Tod ist ein Schock, ein großer Verlust“

Jutta Sellin liebte es, zusammen mit ihrem Mann wandern zu gehen – egal, ob in den Bergen oder am Meer. Hängenlassen hat Jutta Sellin sich nie. Selbst von ihrer Krebserkrankung ließ sie sich nicht unterkriegen, arbeitete weiter, so lange es ging. Noch vom Krankenbett aus kümmerte sie sich um Belange der Geschäftsstelle. Für die Probleme ihrer Mitmenschen hatte sie stets ein offenes Ohr. „Sie hat immer zugehört, wenn man Sorgen hatte“, sagt Werner Nau. „Ihr Tod ist ein Schock, ein großer Verlust.“

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