Bürgermeister nahm Problem selbst in die Hand

Aus pikantem Grund: Problem-Pfaue treiben ganzes Dorf in den Wahnsinn - Jetzt hat der Spuk ein Ende

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Stolze Pfauenfänger: Anian (8) und Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser.

Drei Pfaue terrorisierten tagelang ein Dorf in Bayern: Anwohner konnten in Magnetsried nicht mehr schlafen - aus einem pikanten Grund. Jetzt ist Schluss mit Radau.

Terror-Pfaue treiben Dorf in den Wahnsinn - jetzt hat der Spuk ein Ende

Update, 17. Juni 2019:

Langsam, aber sicher kehrt wieder etwas Ruhe ein in Magnetsried. Drei Pfaue sorgten dort in den vergangenen Tagen für gehörig Radau. Dem Bürgermeister der Gemeinde Seeshaupt, zu der auch Magnetsried gehört, und dem kleinen Nachbarsjungen Anian gelang es jetzt, zwei der drei Radau-Pfaue einzufangen.

„Unser Plan ist aufgegangen“, freute sich Bürgermeister Michael Bernwieser am Sonntag im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er wohnt selbst in Magnetsried und auch ihm war der Krawall, den die Pfaue machten, nicht verborgen geblieben. Also quartierte er seine Hühner aus, legte in deren Stall Futter aus und ließ die Tür offen. Während sich Bernwieser anderen Aufgaben widmete – ein Bürgermeister hat schließlich immer etwas zu tun – lege sich der kleine Anian auf die Lauer und ließ den Hühnerstall nicht aus den Augen. Seine Geduld wurde nicht allzu lange auf die Folter gespannt.

Neugierig und offensichtlich hungrig wagte sich das Pfauenpärchen in den Hühnerstall. Sofort griff Anian zum Telefon und klingelte bei Bernwieser an.

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Der schlich sich ganz vorsichtig an den Hühnerstall heran und schloss die Tür. So konnte der Besitzer des Pfauenpaares, ein Landwirt aus Rauchen, die Tiere wenig später wieder abholen und mit nach Hause nehmen. Der kleine Anian und sein Pfauenfänger-Kollege Bernwieser waren da natürlich mächtig stolz. „Seitdem ist es schon deutlich ruhiger im Ort geworden“, berichtete Bernwieser weiter. Nun gehe es nur noch darum, auch noch den dritten Pfau, der auf den Namen „Hansi“ hören soll, zu schnappen.

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Pfaue terrorisieren ganzes Dorf: Ursprünglicher Artikel vom 15. Juni 2019

Magnetsried – Zwei liebestolle Pfauenhähne und die von ihnen intensiv beflirtete Pfauenhenne rauben den Magnetsriedern seit einigen Tagen den Nachtschlaf. Manch Anwohner amüsiert sich und beobachtet das bunte Treiben der bunten Vögel. Herbert Auberger zum Beispiel. Er berichtet, dass zuerst nur ein einsamer Pfauenhahn lärmte. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um „Anton“ handelt, der seit Monaten auf einem Hof in Wolfetsried abgängig ist. Sein Besitzer ist ein bisschen ratlos, wie er seines „Antons“ wieder habhaft werden kann. Denn einen Pfau einzufangen, das sei kompliziert, weil er das Tier natürlich nicht verletzten wolle, sagt er.

Problem-Pfaue in Magnetsried: Beziehungsdrama ist Auslöser für Radau

Später gesellte sich noch ein Pfauenpärchen zum einsamen „Anton“, heißt es im Ort. Und dann bahnte sich ein echtes Beziehungsdrama an. Denn „Anton“ versuchte Tag und Nacht, die Pfauenhenne mit lautstarkem Gesang zu becircen. Da wollte ihr Begleiter nicht zurückstehen, sang kräftig mit und raubte damit so manchem Magnetsrieder den Schlaf.

Selbst die Weilheimer Polizei hat von der Sache mittlerweile Wind bekommen, weil sich genervte Anwohner meldeten. „Wir sehen allerdings keine Handhabe, da einzugreifen“, so ein Sprecher. Auch Seeshaupts Bürgermeister Michael Bernwieser, der auch für den Ortsteil Magnetsried zuständig ist, wurde informiert.

Magnetsried genervt von Pfau-Geschrei: Bürgermeister hofft auf Problemverlagerung

„Wir sehen aktuell keinen Handlungszwang und setzen darauf, dass sich das Problem verlagert“, sagt er. Pfauen seien Nomaden und würden schnell weiterziehen. Zumindest das Pfauenpärchen soll mittlerweile schon in Richtung Rauchen entschwoben sein. Zurück blieb nur der einsame „Anton“. Zumindest vorerst.

set/ff

Lesen Sie auch auf merkur.de*: „Mir fehlen die Worte“, sagt der stellvertretende Kommandant der Weilheimer Feuerwehr. Zum vierten Mal mussten die Einsatzkräfte wegen desselben Dackels ausrücken.

Ein anderes Terror-Tier lebt am Tegernsee: Der Problem-Schwan von der Schwaighofbucht ist offenbar doch nicht verschwunden. Anlieger haben das Tier wieder beobachtet. Ein Stand-Up-Paddler flüchtete. 

Und: Großeinsatz auf einem Bauernhof in Nandlstadt - Weit über 100 Schweine sind dort qualvoll verendet. 

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