Heimatverein völlig aus dem Häuschen

FC Bayern setzt vier internationalen Fußball-Giganten ein Denkmal - und eines davon ist in Oberbayern

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Der doppelte Müller: Die beiden Porträts zieren das Sportheim des TSV Pähl.  

Was für eine Ehre! Der FC Bayern hat pünktlich zur WM vier Fußballern in vier verschiedenen Ländern ein Denkmal gesetzt - und zwar dort, wo für sie alles anfing. Eines steht im Landkreis Weilheim.

Pähl – Seit ein paar Wochen ziert der Kopf von Bayern-Profi Thomas Müller das Sportheim des TSV Pähl. Das übergroße Bild des berühmtesten Pähler Sportlers hat allerdings nichts mit dem 60. Geburtstag des TSV zu tun, der am vergangenen Samstag mit einem Festabend begangen wurde.

Die Ausrüsterfirma „Adidas“, die den Bayernspieler unter Vertrag hat, ist auf den TSV mit der Bitte zugekommen, das aktuelle Konterfei und ein Jugendbildnis Müllers am Sportheim anzubringen, berichtet Dieter Wirsich, 2. Schriftführer und für die Pressearbeit beim TSV Pähl zuständig. Der Plan des FC Bayern und Adidas: Vier seiner Spieler sollten in vier verschiedenen Ländern an vier Orten verewigt werden - mit einem Graffiti, das sie als Kinder und heute zeigt.

Die Graffitis sollen die einzelnen Geschichten der Spieler widerspiegeln: vom kickenden Kind bis zum weltweit bekannten Fußballprofi. Und das jeweils an dem Ort, an dem die Spieler ihre Karriere begannen. So sprühten Künstler in Wien das Konterfei von David Alaba ans Sportheim des SV Aspern, des von James Rodriguez an seine erste fußballerische Wirkungsstätte im kolumbianischen Ibagué, das von Javi Martínez an einem Platz in Logroño (Spanien) und eben das von Thomas Müller ans Sportheim in Pähl. 

Geklappt hat das Müller-Porträt nicht auf Anhieb. Der erste Entwurf war laut TSV-Sprecher Wirsich „nicht so sehr gelungen“, Thomas Müller habe darauf einen traurigen Eindruck gemacht. Der zweite Versuch sei geglückt, beim TSV seien alle zufrieden.

Ob Thomas Müller das auch so sieht? Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Müller sein Graffiti bald vor Ort anschaut, sagt Wirsich. Schließlich leben seine Eltern und sein Bruder nach wie vor in Pähl, Müller komme sicherlich oft zu Besuch. Der TSV sei jedenfalls sehr stolz darauf, eines von weltweit nur vier offiziellen FC Bayern-Fußballer-Graffitis zu besitzen. Vor allem aber, das betont, Wirsich, sei man stolz auf Thomas Müller und seine gigantische Karriere, die beim TSV Pähl begann.

Zum Hintergrund: TSV Pähl feiert 60-Jähriges

Das Sportheim wurde 2013 eingeweiht. Zur Finanzierung des Vorhabens trug auch ein Gastspiel der Bayern – natürlich mit Thomas Müller – bei. Direkt neben dem übergroßen, doppelten Thomas Müller, aber ohne das Original, haben am vergangenen Wochenende Mitglieder des TSV und geladene Gäste den 60. Geburtstag des Vereins gefeiert. Höhepunkt war die Ehrung eines Gründungsmitglieds; zudem zeichnete Vorsitzender Dieter Fottner Männer und Frauen für 60, 50, 40 oder 25 Jahre Treue zum TSV aus.

Im Sportverein sind aktuell 780 Mitglieder in sechs Sparten organisiert. Bei der Gründung 1958 war es noch drei Abteilungen, Fußball, Tischtennis und Skisport. Letztere wurde inzwischen aufgelöst, hinzu kamen Stockschießen, Tennis, Gymnastik und Einrad. „Ganz aktuell planen wir derzeit auch eine Boule-Anlage, die noch im Sommer eingeweiht werden soll“, so der Vorsitzende Fottner in einer Mitteilung.

Nicht nur der Fußballer hat den TSV bekannt gemacht 

Aber nicht nur Thomas Müller hat den TSV überregional bekannt gemacht, besonders erfolgreich waren auch die Eisstockschützen: Die Frauen schafften es bis in die Bundesliga, die Männer bis in die Bayernliga. Und Marc Tafertshofer brachte es in der Disziplin „Weitschießen“ zum deutschen Meister sowie zum Europa- und Weltmeister.

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Johannes Thoma

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