Festnahme

Polizei fasst den „Automaten-Sprenger“ - aber eine Sache bleibt rätselhaft

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Einer der beiden gesprengten Fahrkartenautomaten am S-Bahnhof in Grub.

Die Polizei hat den mutmaßlichen Fahrkartenautomaten-Sprenger von Grub gefasst. Es handelt sich um einen 22-jährigen Arbeitslosen aus dem Landkreis Straubing. 

Grub – Die Polizei hat den mutmaßlichen Fahrkartenautomaten-Sprenger von Grub (Landkreis Ebersberg) gefasst. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag mitteilte, wurde bereits am Freitag, 9. März, gegen 23 Uhr, ein dringend Tatverdächtiger festgenommen. Es handelt sich um einen 22-jährigen arbeitslosen Mann deutscher Staatsangehörigkeit, der in seiner Wohnung im Landkreis Straubing verhaftet wurde. Laut LKA fanden die Ermittler dort „umfangreiches Beweismaterial und Geldscheine, die Teile der Tatbeute sein könnten“. Der Tatverdächtige wurde am 10. März dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.

Der Tatort in Grub.

Der 22-Jährige steht laut LKA im dringenden Verdacht, seit dem 6. Februar bayernweit insgesamt sechs Fahrkartenautomaten mit Sprengstoff zerstört zu haben. Darunter beide Geräte am S-Bahnhof in Grub, am 16. Februar (gegen 3.45 Uhr) und am 25. Februar (3.05 Uhr), wie merkur.de berichtete. In allen sechs Fällen, unter anderem noch im Landkreis Nürnrnberger Land und im Kreis Forchheim, sei es das Ziel des Mannes gewesen, das Bargeld aus den Automaten zu stehlen. Der angerichtete Sachschaden beträgt insgesamt mindestens 150.000 Euro, informiert das LKA. Durch die Sprengungen wurden nicht nur die Automaten zerstört, sondern auch Wartehäuschen.

Dass der oder die Täter mit brachialer Gewalt vorgegangen sind, zeigt das Beispiel einer Tat, bei dem die 50 Kilogramm schwere Tür eines Automaten fast 30 Meter weit geschleudert wurde. In einem anderen Fall, in Eichstätt, wurde ein Fahrdienstleiter, der sich in der Nähe aufgehalten hatte, verletzt.

Gibt es einen Komplizen?

Im Laufe der Recherchen fand die vom LKA eigens gegründete „Ermittlungsgruppe Automat“ heraus, dass sich der Verdächtige an mindestens zwei Tatorten zu den mutmaßlichen Tatzeiten aufgehalten hat. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass der Mann nicht alleine gehandelt hat. Der Festgenommene macht zu den ihm vorgeworfenen Straftaten derzeit keine Angaben. 

Deshalb bittet das LKA weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung und ist auf der Suche nach Zeugen, die zu den Tatzeiten verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder Personen gesehen haben. Außer in Grub wurden noch Automaten in Burgthann, Weißenohe, Eichstätt und Neuhof an der Zenn gesprengt. Wer Hinweise zu den Taten geben kann, wird gebeten, sich beim Landeskriminalamt zu melden, unter Telefon (089) 1212-0.

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