Bürgermeister muss schlichten

Anwohner wirft sich vor Schneepflug und krallt sich fest - der Grund ist frech

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Alexander Eisenschmid war in Peißenberg den genzen Tag über mit Räumen beschäftigt. 

An der Schaufel festgekrallt: In Hohenpeißenberg hat sich ein Mann einem Schneepflug in den Weg gestellt. Der Grund ist so richtig frech.

Hohenpeißenberg –  Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurde der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch am Donnerstagnachmittag gerufen. Ein Schneepflug-Fahrer hatte sich bei ihm gemeldet, weil ein Mitbürger auf die Straße gehüpft sei, sich dem Schneepflug in den Weg gestellt und an der Schaufel festgekrallt habe, um den Bauhof-Mitarbeiter zu zwingen, dass dieser seine private Einfahrt freiräumt. Erst, nachdem Bürgermeister und Schneepflug-Fahrer zehn Minuten auf den Mann eingeredet hatten, habe dieser die Schaufel losgelassen. Leider hätten seine Mitarbeiter mehrere solcher Begegnungen mit erzürnten Bürgern gehabt, sagte Dorsch.

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Soldaten im Schneedienst werden „wie Lakaien behandelt“: Auch aus dem Berchtesgadener Land gibt es einen Bericht, wie Helfer der Bundeswehr von Anwohnern ausgenutzt und unfreundlich behandelt werden.

Bürgermeister: „Es ist eine Extremsituation“

Überhaupt sei die Lage außergewöhnlich gewesen. „Es ist eine Extremsituation“, sagte der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch. Das sei der heftigste Schneefall, an den er sich erinnern könne. „So krass habe ich das noch nie erlebt.“ Die Mitarbeiter des Bauhofes seien rund um die Uhr unterwegs, um der Schneemengen Herr zu werden. Inzwischen ließen sich die Gehwege aber nicht mehr befahren, der Schnee müsse mit dem Radlader eingesammelt und auf freie Flächen gekippt werden.

Auch kurios: Streit ums Schneeräumen eskaliert völlig: Drei Verletzte - Polizei muss eingreifen

Noch eine kuriose Schnee-Geschichte: Hohenpeißenberger fuhr auf Langlaufskiern zum Einkaufen

Gelassener nahm den heftigen Wintereinbruch dagegen Rudolph Hochenauer aus Hohenpeißenberg: „Besondere Anlässe fordern besondere Antworten.“ Unter diesem Motto schnallte er sich die Langlaufskier an und machte sich so auf den Weg zum Einkaufen. „Davon geht die Welt nicht unter“, sagte er. Über den Hinweg bergab mache er sich gar keine Sorgen. Die Skier seien von letztem Jahr noch gewachst. Schwieriger werde es wohl auf dem Rückweg, den Berg wieder hoch. Mehrere Stunden Schneeschaufeln hatte er schon hinter sich.

Sichtlich Spaß bei der Arbeit hatte auch Alexander Eisenschmid in Peißenberg. Mit einem Schneeräumfahrzeug räumte er den Parkplatz an der Moosleite. „Ich bin seit drei Jahren dabei, aber so viel Schnee erlebe ich zum ersten Mal“, erzählte er. Die Reaktionen der Leute auf seine Tätigkeit seien allerdings ganz gemischt, sagte er. „Manche schimpfen schon mal, aber viele sind auch dankbar.“

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