Mord am Gericht Dachau

Ministerin Merk im Saal des Todes

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Justizministerin Beate Merk am Donnerstag im Amtsgericht Dachau

Dachau - Fünf Monate nach dem Mord an dem Staatsanwalt Tilman Turck (†31) am Amtsgericht Dachau hat Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) den Saal des Todes besucht. Sie bemerkt Unterschiede.

Fünf Monate nach dem Mord an dem Staatsanwalt Tilman Turck (†31) am Amtsgericht Dachau läuft die Umsetzung verschärfter Sicherheitsmaßnahmen an Bayerns Gerichten. Zum 1. Juni wurden die ersten 70 von 140 neuen Wachtmeisterstellen besetzt. Am Donnerstag besuchte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) Dachau, um sich ein Bild von den dortigen Maßnahmen zu machen und mit Mitarbeitern zu sprechen, die zum Teil Zeugen der schrecklichen Tat waren.

Merk hatte nach der Bluttat die Sicherheit an den Gerichten landesweit verschärft. An jedem Gericht gibt es nun zu Verhandlungszeiten durchgängig Zugangskontrollen. Alle Gerichte bekommen Metalldetektorrahmen. Neben den Wachtmeistern wird auch das private Sicherheitspersonal aufgestockt. Auf drei Jahre verteilt sollen rund 300 Bedienstete eingestellt werden, die ersten 130 zum 1. September. Für bauliche Maßnahmen werden zusätzlich knapp 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Allein in Dachau soll es drei weitere Wachtmeisterstellen geben. Eine Videoüberwachungsanlage soll installiert und eine Sperre eingerichtet werden, damit Besucher das Gebäude nur einzeln betreten können. „Ich freue mich sehr, dass unsere enormen Anstrengungen für mehr Sicherheit an Bayerns Gerichten dort ankommen, wo die furchtbare Tragödie ihren Anfang genommen hat“, so Merk. „Uns geht es darum, dass die Gerichte Orte bleiben, an denen sich die Menschen sicher fühlen und in denen nur mit Worten, nicht aber gewaltsam gestritten wird.“

tz

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