Behörden-Panne: Hilfe, ich bin tot!

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Maria Kohlhofer erfuhr auf der Bank, dass sie eigentlich schon tot ist. Ihre EC-Karte war bereits gesperrt.

Germering - Fatale Behörden-Panne: Die Rentnerin Maria Kohlhofer (76) aus Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) soll seit dem 10. März nicht mehr leben. Sie wurde für tot erklärt! Die tz sprach mit der "Toten".

Der Tag hatte für die Germeringer Maria Kohlhofer (76) so begonnen, wie schon so viele Tage in ihrem Rentner-Dasein. Morgens ging sie zur Sparkasse um die Ecke, um dort Geld für die anstehenden Lebensmitteleinkäufe abzuheben. Doch von da an war plötzlich alles anders. Denn laut Behörden war sie bereits tot!

„Als ich meine Scheckkarte in den Automaten gesteckt hatte, wurde sie einfach eingezogen mit der Meldung, dass die Karte nicht mehr gültig sei.“ Verdutzt ging die ehemalige Versicherungsangestellte in die Bank, meldete sich am Schalter und erklärte dort das Geschehen.

Die Bankangestellte telefonierte mit der Zentrale und musste erst lachen, doch dann wurde die Sache ernst, todernst: „Die Frau erklärte mir, dass man mich für tot erklärt hat und darum die Scheckkarte eingezogen wurde. Zwei Monate Witwenrente, die ich schon bekommen hatte, waren mir schon wieder vom Konto zurückgebucht worden, sodass ich im Minus war“, erzählt Maria Kohlhofer, deren Mann Josef, von dem sie ihre Witwenrente bekommt, schon 1977 verstorben ist.

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Angesichts ihres prächtigen Gesundheitszustandes und ihres Ausweises, mit dem sie ihre Identität nachweisen konnte, zahlte ihr die Bank-Dame das benötigte Bargeld prompt aus – und gab ihr die Kopie des Schreibens, in dem die Bank vom angeblichen Ableben von Maria Kohlhofer am 19. März unterrichtet wurde.

Der Brief kam vom Rentenservice der Deutschen Post, die den Zahlungsverkehr der Deutschen Rentenversicherung regelt. Letztere kann erklären, wie es zu dem unglaublichen Fehler gekommen war: „Grund für die Panne war, dass ein Sachbearbeiter bei uns ein Schreiben der Pensionsversicherungsanstalt Wien, in dem der Tod einer anderen Dame mitgeteilt wurde, in Maria Kohlhofers Akte legte“, erklärt Rentenversicherungs-Sprecher Matthias Boehnke der tz. Normalerweise wird die Rentenversicherung von den Angehörigen über das Ableben eines Angehörigen verständigt, die die Kopie eines Totenscheins vorlegen müssen. Boehnke: „Es kam bei der Versicherungsnummer, die handschriftlich verbessert worden war, zu einem Zahlendreher, sodass die Sterbemeldung in Kohlhofers Akte landete. Uns tut diese Verwechslung unglaublich leid, aber auch bei uns arbeiten Menschen, die Fehler machen.“

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Boehnke verspricht nun, dass Maria Kohlhofer schnellstmöglich wieder ihre Rente bekommt. „Wir können eine Blitzüberweisung anbieten oder Bargeld, wenn es nötig ist.“ Ganz so brenzlig ist die Situation bei Maria Kohlhofer noch nicht: „Hauptsache, ich kriege in Zukunft meine Rente wieder“, sagt sie. Immerhin kann sie wieder lachen: „Im ersten Moment war ich ja schon schockiert. Aber wenn man sich wohlfühlt, obwohl man angeblich tot ist, ist alles in Ordnung.“

Johannes Welte

Der Brief des Rentenservices der Post in Auszügen

Sehr geehrte Damen und Herren! Die/Der Rentenberechtigte ist am 19.03.2012 verstorben. Die Rente wurde überzahlt. Geldleistungen, die für die Zeit nach dem Todesmonat der/des Rentenberechtigten überwiesen wurden, gelten als unter Vorbehalt erbracht. Wir bitten Sie, den oben genannten überzahlten Betrag auf unser unten angegebenes Bankkonto zurückzuüberweisen (§ 118 Abs. 3 Satz 2 SGB VI beziehungsweise § 96 Abs. 3 Satz 2 SGB VII) …

… Dieses Schreiben ist maschinell erstellt und deshalb auch ohne Unterschrift wirksam.

Mit freundlichen Grüßen – Renten Service

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