Es sollte einfach ein fröhlicher Abend werden

Diese Burschen durften nicht in zwei Kneipen - wegen ihrer Lederhosen

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Regensburg? Nie wieder! Die Welshofer Trachtler auf der weltberühmten Steinernen Brücke – noch bei guter Laune.  

Sechs Welshofer (Landkreis Dachau) wollten sich in Regensburg einen schönen Abend machen. Fesch gekleidet, mit Lederhosen und Trachtenhemd. Doch genau damit bekamen sie ein Problem.

Landkreis– Sie sind mit einem Bauchladen bewaffnet, tragen die gleichen T-Shirts und ziehen am Wochenende, meist mit Sekt oder Bier in der Hand durch die Fußgängerzonen: Das sind Junggesellenabschiede. Sie sind das Feindbild von 15 Wirten aus Regensburg. Sie wollen die Gruppen nicht mehr in ihre Kneipen und Cafés reinlassen und haben ein Junggesellenabschied-Verbot erlassen. Unlängst hatten auch sechs Welshofer in Lederhosen und karierten Trachtenhemden das Nachsehen: Sie mussten bei zwei Kneipen draußen bleiben. 

Die Begründung der Wirte: „Ihr seid ein Junggesellenabschied“. Dabei war die Gruppe alles andere als das.

Es sollte einfach ein fröhlicher Samstagabend in Regensburg werden: Stefan Trnka, 37, und seine fünf Freunde, alle aus Welshofen, fuhren mit dem Zug in die Oberpfalz, um dort zwei Bekannte zu treffen. Die sechs Freunde zwischen 19 und 49 Jahren kennen sich aus den Welshofer Vereinen und treffen sich mittwochs zum Stammtisch. Sie wollten in der Regensburger Altstadt feiern, wo eine Kneipe neben der anderen ist. Daraus wurde aber nichts.

Türsteher: Lederhosen passen nicht zum Dresscode

Nach einem Abendessen im Biergarten wollten die Welshofer gegen 23 Uhr um die Häuser ziehen. Aber schon an den Bars „Rausch“ und „zarap zap zap“ hatten sie Probleme reinzukommen, sagt Trnka. Zwei Türsteher wiesen sie ab, die Begründung: Lederhosen passen nicht zum Dresscode. Die Männer zogen weiter. Nächste Station gegen Mitternacht war die Bar „Olle Gaffel“ in der Innenstadt: Doch kaum hatten sie die Bar betreten, bekamen die Welshofer Trachtler zu hören: „Ihr kriegt hier nichts zu trinken. Ihr seid ein Junggesellenabschied“, sagt Trnka. Auf Anfrage bei der Bar „Gaffel“ war die Gruppe angetrunken und habe sich gegenüber dem Personal nicht angemessen verhalten.

Zwei der Gruppe versuchten es an der Paletti-Bar gegenüber. Die beiden tranken dort ein Bier, während die anderen noch mit dem Barkeeper im Gaffel diskutierten. Doch als die weiteren sechs Männer in Lederhosen dazukamen, wurde die Gruppe wieder als Junggesellenabschied abgestempelt – sie mussten die Bar verlassen.

Fazit: „Regensburg sieht uns nie wieder“

Der Wirt der Paletti-Bar, Rainer Festl, war an dem Abend nicht da, doch er sagt: „Trachtler sind bei uns jederzeit willkommen.“ Aber seine Mitarbeiter schauen sich auch den Zustand der Gäste an, die in der Paletti-Bar feiern wollen: „Wenn da grölende Herden daherkommen, kommen die eben nicht rein“, sagt er.   

Trnka hält dagegen: „Wir sind kein Haufen voll Traurigkeit und haben schon was getrunken, aber wir führen uns anständig auf.“ Das Fazit der Welshofer Truppe: „Regensburg sieht uns nie wieder“, sagt Trnka. Zurück nach München – denn dort hatten sie in Tracht bisher noch nie ein Problem in den Kneipen.

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